Jeden Donnerstag eine neue Folge - Überall, wo es Podcasts gibt

Tabak-Duft & Meerblick

Shownotes

Wie wohnt die Türkei eigentlich abseits der bekannten Metropolen wie Istanbul oder Antalya? In dieser Folge nehmen wir euch mit an die wunderschöne Schwarzmeerküste – genauer gesagt in die Studenten- und Hafenstadt Samsun! Gemeinsam blicken wir hinter die Wohnungstüren und durchbrechen so manches Klischee. Ist in türkischen Wohnungen wirklich alles prunkvoll, golden und kitschig eingeräumt? Wir verraten euch, warum skandinavischer Minimalismus gerade die modernen Apartments erobert und was es eigentlich mit dem türkischen Wort des Tages „Eşyalı Kiralık“ auf sich hat. Außerdem packen wir wieder unsere Kulturschocks aus und teilen unsere Erfahrungen rund ums Wohnen. Und am Schluss erzählen wir euch die wahre Familiengeschichte der Familie Akkuş. Reist mit uns von der Urgroßmutter Hatice, die 1955 in der bekannten Tabakfabrik von İlkadım Tabakblätter sortierte, bis zu ihrem Urenkel Emre, der heute im hippen Atakum im 1+1 Apartment lebt – und dessen Lieblings-Café exakt in der alten Fabrik seiner Urgroßmutter steht. Schnappt euch einen Çay und hört rein!

Hosts: Linda Althoff und Ali Özen Redaktion und Schnitt: Linda Althoff Musik: Linda Althoff, Alper Albayrak und Can Aldirmaz

Quellen: Bulvar AVM Samsun. (o. D.). Hakkımızda [Über uns]. Abgerufen am 25. August 2026 von bulvarsamsun.com.tr Samsun İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü. (2019, 31. Mai). Alaçam Mübadele Müzesi - Samsun [Alaçam Bevölkerungsaustausch-Museum - Samsun]. Kültür Portalı. kulturportali.gov.tr Samsun İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü. (o. D.). Cerrahi El Aletleri ve Sağlık Müzesi [Museum für chirurgische Instrumente und Gesundheit]. T.C. Kültür ve Turizm Bakanlığı. ktb.gov.tr Us, F. (2014). Bir 19. yüzyıl endüstri mirasının yeniden kullanımı: "Samsun Tekel Tütün Fabrikası"nın "Bulvar Samsun" projesine dönüşümü [Die Umnutzung eines industriellen Erbes des 19. Jahrhunderts: Die Transformation der Samsun Tekel Tabakfabrik in das Bulvar Samsun Projekt]. ResearchGate. researchgate.net Alle Quellen wurden zuletzt am 25.08.2026 aufgerufen

Transkript anzeigen

00:00:18: Hallo Kankas!

00:00:19: Hallo Tchaibakt in Ausch-Geldenis.

00:00:22: Ich bin Linda und ich

00:00:23: bin der Ali.

00:00:24: Ja,

00:00:24: und herzlich willkommen zu

00:00:26: neuen Folge.

00:00:27: Pünktlich zum Tschei.

00:00:28: Genau

00:00:28: wie ihr wisst nehmen wir ja unseren Podcast ganz gerne in unserem Schlafzimmer auf und hier steht viel rum.

00:00:34: Also so ein großer dicker Teppich, zum Beispiel liegt auf dem Boden als Becher.

00:00:38: Und ja die große Neuigkeit diese Woche ist dass wir einen neues Bett haben.

00:00:42: Endlich?

00:00:42: Ja endlich!

00:00:43: Da haben wir auch sehr drauf hingefiebert und passend zur Möblierung haben wir hier auch die Farben ausgewählt.

00:00:49: Ist das alles eher in Natur-Beachtönen

00:00:53: gehalten?

00:00:54: Ja, bisschen heller halten ne?

00:00:55: Ja

00:00:55: und beruhigend.

00:00:57: Vorher waren wir ein bisschen dunkel, schwarz-grau und jetzt noch etwas heller.

00:01:03: Ja genau, gefällt mir auf jeden Fall sehr gut.

00:01:05: Bei den Türken ist das ja immer noch ein bisschen anders bei der Farbauswahl ne?

00:01:08: Also wenn man so die etwas ältere Generation in der Türkei besucht dann ist alles schon etwas bunt, ne?

00:01:15: Ja was heißt bunt?

00:01:17: Die haben aber auch sehr viel Holzfarben!

00:01:19: Ja das auch, aber ich glaube die achten jetzt nicht so immer unbedingt darauf dass alle zusammenpasst.

00:01:25: Wenn du es sagst...

00:01:26: Ist so meine Einschätzung aber auch nicht bei allen und umso jünger die Personen werden Umso mehr achten die Menschen dann darauf, dass die Einrichtung farblich und vom Stil her zusammenpasst.

00:01:37: Ja wie gesagt also... Die Ausstattung bei den türkischen Menschen oder sagen wir bei den älteren ist natürlich, sie sind anders gewohnt halt.

00:01:46: Bei denen ist es nicht so wichtig glaube ich das die Möbel zusammenpassen sondern dass einfach alles funktional ist?

00:01:51: Genau!

00:01:51: Und die auch alles genau da ist wie vor zwanzig Jahren vielleicht.

00:01:56: Ja, diese Woche geht es ja auch um das Thema der Wohnsituation in der Türkei.

00:02:02: Also zum Beispiel die Ausstattung der Wohnungen.

00:02:04: Welche Möbel-Auswahl getroffen wird?

00:02:06: Darüber haben wir zwar schon gesprochen wie die Einrichtung so generell ist.

00:02:10: Was ist das Erste woran du denkst?

00:02:13: also wenn du jetzt einen Unterschied suchen würdest zwischen den Deutschen und den Türken was würde dir sofort einfallen?

00:02:17: Meinst du jetzt an Möbel oder die Ausstadtung?

00:02:19: Ja egal was!

00:02:20: Wenn du an die Wohnsituation denkst.

00:02:23: Also für mich wäre auf jeden Fall das größte Unterschied schlichtgegen durcheinander sozusagen.

00:02:30: Okay, also das was ja auch gerade so gesagt haben und wieder alles durcheinander gewürfelt oder einheitlich?

00:02:36: Ich weiß nicht.

00:02:36: ich muss irgendwie immer voll auf daran denken dass zum Beispiel wenn man eine Wohnung mietet in der Türkei oder kauft es eigentlich immer irgendwie ne Küche da drin ist.

00:02:43: Genau!

00:02:43: Also Küchen sind zu, sag ich mal, zu achtzig bis neunzig Prozent immer im Begriffen.

00:02:50: Sehr praktisch.

00:02:51: Ich hab es ja gehasst, wenn ich irgendwo eingezogen bin und es war keine Küche da.

00:02:55: Das fand ich ganz schlimm!

00:02:56: Ja weil das Problem ist auch die Küche ist fast eine der teuersten und halt sehr aufwendig.

00:03:04: Superaufwändig so ne Küche einzubauen.

00:03:06: Da werden mir jetzt wahrscheinlich mehr Menschen zusprechen als Gegengesprächen.

00:03:12: Ich fand's total kacke, auch als wir hier eingezungen sind.

00:03:14: Hier war keine Küche... Und in der Küche zu kaufen, gebraucht ist jetzt nicht so schwer.

00:03:18: Man kann das ja schon gut auf Kleinen anzeigen oder auch woanders eine Küche gebrauchten.

00:03:23: Aber die ganze Gremsel muss ja auch eingebaut werden.

00:03:26: Genau und das muss doch alles genau passen?

00:03:29: Ja und das kann halt nicht jeder!

00:03:31: Also ich kann es auf jeden Fall nicht.

00:03:32: Nicht nur können... Auch wenn du das kannst Du musst auch Glück haben dass deine Wohnung also die du gemietet hast oder gekauft hast Dass die Wände halt alle so starke Wände sind sag ich mal Die auch Schränke.

00:03:47: Das

00:03:47: haben wir zum Beispiel

00:03:49: nicht.

00:03:50: Aber ein ganz, ganz netter Mensch aus unserer Familie hat uns die Küche eingebaut und da bin ich immer noch sehr dankbar

00:03:58: dran.

00:03:59: Ja so ist das hier mit den Köchen oder in der Türkei.

00:04:05: In der Türken wird auch gerne alles mit Marmor fließen ausgestattet vor allem wenn das neue renoviert oder saniert wird.

00:04:14: Die

00:04:15: machen das schon so, dass das auch für immer dann da bleibt?

00:04:18: Ja.

00:04:19: Aber Mamo ist ja schon beliebt.

00:04:20: Mamo-Optik gefällt mir persönlich gar nicht aber muss ja nicht nur mir gefallen.

00:04:26: Ich glaube wir beide haben sowieso ganz unterschiedliche Geschmäcker.

00:04:30: Wir würden uns in die Köpfe kriegen wenn wir beide eine Wohnung zusammen basteln würden.

00:04:35: Ja, deswegen entscheide nur ich welche Deko wir kaufen.

00:04:38: Ich komme nur zum Schlafen!

00:04:40: Wenn der Ali und ich im Ikea sind darf der Ali kein Kissen aussuchen weil es immer so bunte Sachen sind die überhaupt nicht in unsere Einrichtung passen oder was mit ganz viel Glitzer oder sowas?

00:04:50: Man soll mal ein bisschen etwas buntes im Leben

00:04:52: haben.

00:04:53: Das bringt mich durcheinander.

00:04:54: das mag ich nicht.

00:04:56: Lass mal schnell zur nächsten Kategorie übergehen.

00:05:04: Unsere nächste Kategorie ist das türkische Wort des Tages.

00:05:08: Was ist das heute geworden Ali?

00:05:10: Ich wusste, dass du mir da drüber stimmst weil du wahrscheinlich aussprechen kannst.

00:05:14: Das weiß ich ja gar nicht!

00:05:15: Also der türkische Wort ist eschale Kiralik.

00:05:20: Ja und das heißt wird möbliert vermietet.

00:05:23: in Deutschland kann man auch etwas möbliers mieten oder Man Kann Auch Möblierd Vermieten Ist Aber Nicht So Oft In Deutschland Dass Man Eine Wohnung Mieten Kann Die Schon Komplett Müblierte ist

00:05:35: Wenn man so auf die Internetseiten drauf geht und eine Wohnung sucht, ist bei dem wo man halt normal bezahlbaren Wohnungen sich anguckt sind die Möbel nicht drinne.

00:05:46: aber wenn du so ne Wohnung dir anguckst die vielleicht sagen wir mal jetzt über zwei tausend Euro mitte bezahlt.

00:05:52: Die für Menschen ist oder sind was was halt bisschen ein bisschen mehr verdienen da gibt es schon Wohnungen die du auch mit mobiliarmähten kannst.

00:06:02: Genau, das kann gut sein.

00:06:03: Da hab ich ehrlich gesagt noch nie so richtig darauf geachtet, ob die teuren Wohnungen eher möbliert sind.

00:06:07: Aber vor allem sind in Deutschland Studentenwohnheime gerne möbliers.

00:06:11: Ich hab ja auch mal zwei Jahre lang in einem Studenten-Wohnheim gewohnt als ich in meiner ersten Ausbildung war und ich habe ein Zimmer gehabt.

00:06:19: Das war echt groß muss ich sagen also es hatte bestimmt dreißig Quadratmeter.

00:06:23: Ich hatte auch einen Waschbecken in meinem Zimmer sehr praktisch.

00:06:26: aber dieses Studenten Wohnheim war mal ein Kloster Und da lebt noch immer noch einen Nonnen, unten im Erdgeschoss.

00:06:34: Es gab auch ganz tollen Klostergarten im Hinterhof und die Nonnen haben halt eine Wischerei gearbeitet.

00:06:41: Ich weiß nicht, was sie alles sonst so gemacht haben, sich um die Klostergart gekümmert.

00:06:44: Und ich hab im vierten Stock gelebt.

00:06:47: Da war das Studentenwohnheim ... Und die Nonnen kamen auch so jeden Tag.

00:06:51: Eine kam vorbei und hatte noch die Porzverteile, die waren total nett.

00:06:54: Ja, da hab ich gewohnt in meinen dreizehn Quadratmeterzimmer, war auch mobiliert.

00:06:59: also ich konnte mich jetzt aussuchen ne?

00:07:01: Okay Ich habe halt das Bett nicht übernommen Also nicht für die Zeit, in der ich gewöhnt hab übernomm'.

00:07:05: ich hab dann ein eigenes Bett mitgebracht weil ich wollte ein großes Bett haben ist mein erstes Bett was größer als neunzig mal zwei Meter war und da wollte ich dann nicht drauf verzichten.

00:07:14: mit Anfang zwanzig ja und ansonsten habe ich zweier lang in einem mobilierten.

00:07:19: Du bist auf das Bett, du bist immer gewohnt.

00:07:21: Und die Küche war auf dem Flur hab ich mir mit ganz vielen anderen Mädels geteilt.

00:07:24: Wir waren insgesamt dreißig und es gab vier Küchen und Bäder und die Toiletten waren auch aufm Flur.

00:07:30: was war schon ... Eine sehr intensive Erfahrung, muss ich sagen.

00:07:34: Ich denke in der Türkei ist das natürlich auch sehr wichtig wegen den Studenten, die in der Universität Ümmü sind.

00:07:41: Auch ganz normale Wohnungen jetzt, die ein bisschen größer sind und nicht für Studenten geeignet sind.

00:07:46: Natürlich auch einige von denen mobiliert, Entschuldigung?

00:07:50: In der Türckei

00:07:51: genau.

00:07:51: Also hier findest du das wie gesagt kaum.

00:07:54: Aber es gibt natürlich auch Wohnungen, die komplett leer sind.

00:07:57: Wie die das halt so gestalten?

00:07:58: Wenn ich jetzt da eine Wohnung kaufen würde ... Ich würd die nicht vorher möblieren und danach vermieten, sondern ich würd sie so vermieten.

00:08:06: Ja du würdest jetzt ohne Möbel vermieten!

00:08:08: Ich würde auch keine Wohnung möbliert mieten wollen.

00:08:11: Ich möchte ja meine eigenen Sachen reinstellen.

00:08:14: Also für im Stimmenwohnheim war's okay aber sonst als Erwachsener mit erwachsenem Geld nicht mehr.

00:08:20: Aber in der Türkei ist das noch viel mehr vertreten dass man die Wohnung auch gerne möbliert, mietet.

00:08:26: Wie gesagt, wenn man studiert ist das wichtig oder kann es wichtig sein?

00:08:29: Da muss man sich nicht ganz im Möbel kaufen.

00:08:32: aber auch so im Alltag, manche Menschen finden es einfach gut, wenn sie irgendwo einziehen können und da gibt's halt schon Möbil.

00:08:38: Man muss gar nichts mitbringen, nichts mehr kaufen.

00:08:40: Man kann seine Kleidung direkt in den Kleiderschrank hängen, seine Matratze aufs Bett legen und sich auf der Couch im Wohnzimmer langmachen und fährst hin gucken ohne dass man auf Möbel warten muss oder noch Möbel reintragen muss.

00:08:53: Kann auch sehr praktisch sein!

00:08:55: Ja, und jetzt kommen wir zu Klischee- oder Vorurteil?

00:08:59: Typisch türkisch.

00:09:05: Jede Woche spreche ich mal über einen Klischeee oder ein Vorurteil gegenüber der Türkelen.

00:09:09: Klischeeh der Woche ist diesmal... Die Einrichtung ist kitschig und prunkvoll.

00:09:14: Das ist das Klischeh.

00:09:15: Und da sagen auch voll viele, dass die Türken nur so'n Geschmack haben.

00:09:19: Wie vorhin ja schon gesagt, alles musst du ein bisschen... Ja nicht immer muss.

00:09:22: Aber viele Sachen sind so farblich, dass sie nicht so unbedingt zusammenpassen und mir ist auch aufgefallen das es echt oft auch kitschig ist.

00:09:30: also nicht nur intensive Farben sondern auch so spezielle Wasen oder andere so Dekorationen oder die Tassen sind's schon so ein bisschen speziell mit einem Goldrand und alles so wirkt prunkvoll aber ist es eigentlich gar nicht

00:09:44: Bei mir bei meinen Eltern war das kitschisch bei meiner Mutter ne War das eigentlich nie so richtig.

00:09:51: Aber wenn ich die Wohnung in der Türkei mir angucke, da ist ja ein bisschen mehr Farbe dann sozusagen drin.

00:09:56: Ja aber nicht nur Farbe auch, sondern die Gegenstände, die man sich so in die Wohnung stellt sind oft einfach so'n bisschen... Kitschi-Kitschi.

00:10:03: Da sind so kleine Figürchen drauf und es übertrieben bemalt oder wie gesagt halt mit Gold verziert... Ja,

00:10:11: aber ich finde das irgendwie besser weil ist nicht langweilig!

00:10:14: Das ist wirklich richtig Geschmackssache ne?

00:10:16: Aber

00:10:17: wenn ich jetzt eine trockene Bude habe wo ich da reinkomme und einfach nur eine weiße Wand sehe mit einem Spiegel und was sage ich mir jetzt denn jetzt flurmäßig und dann noch einen Jaggenanhänger fertig

00:10:30: Ja, das kann dann sehr schnell sehr kalt wirken und unpersönlich.

00:10:34: Ich mag sie auch mehr so gemütlich.

00:10:36: Du ja auch wenn man so einen schönen dicken Teppich auf dem Boden liegen hat und die Wände vielleicht in so einem schönen dezenten warm Ton gestrichen sind.

00:10:43: aber ich kann es mir jetzt auch sehr schwer vorstellen gelbe Enten als Tapeter auf der Wand zu haben.

00:10:49: Weißt du?

00:10:49: Das ist dann schon wieder so kitschig.

00:10:52: oder so eine übelst glitzende mit Strassteim besetzte Vase... Aber das war früher viel

00:10:57: schlimmer.

00:10:57: jetzt das eigentlich finde ich jetzt ein bisschen humaner geworden.

00:11:01: Ja, heute ist tatsächlich auch mehr so der typische IKEA-Stil vorhanden, vor allem bei der jüngeren Generation Die mögen auch eher dieses ja norwegische, dänische, schwedische... Das ist echt ein schwedisches Möbelhaus.

00:11:14: Also diesen Stil?

00:11:15: Hüggel glaube ich heißt das ne?

00:11:17: Borschig Ich weiß nicht Alles was also gemütlich wirkt.

00:11:22: Wer Hügge nicht kennt, ich glaub es wird H Y GGE geschrieben Einfach mal googeln, das ist so eine mittlerweile ergängige Einrichtung.

00:11:30: Auch bei den Türken, die auf jeden Fall auch alles was Richtung IKEA geht.

00:11:34: Also das Klischee der Woche kann man jetzt schon ein bisschen aushäbeln würde ich sagen.

00:11:38: Es ist halt nicht mehr so wie früher.

00:11:40: Ja, würde ich auch sagen.

00:11:42: Und bevor uns noch jemand gleich böses ist weil wir sagen ihr habt an einer kitschiger und übertriebene Einrichtungen kommen wir schnell zum Kulturschock!

00:11:57: Ali, ich fange mal diese Woche an.

00:11:59: Was mein Kulturschock ist in der türkischen Kultur und das ist jedes Mal wenn wir von der Türkei wieder nach Hause fliegen, weil genau da gibt es das nämlich im Flughafen in der Türkee also in Samsun.

00:12:15: Da gibt es genau zwei Darmtoiletten zwei Kabinen, wenn man da zur Toilette muss.

00:12:20: Wenn man am Gate sitzt und wartet...

00:12:22: Ich kann ja außer jetzt warten, kann ich ja nicht bestätigen weil ich nie da drin war?

00:12:27: Ja!

00:12:28: Ich kann es ja bestätigend, weil hier ist man noch zu Toilettin geben bevor der Flieger startet oder wir halt zum Boarding kommen.

00:12:34: Und wenn man an der Sicherheitskontrolle verbeißt, muss man ja am Gate warten.

00:12:37: so oder gibt's genau zwei Darmtoiletten, zwei Kabine und die erste Kabine direkt verwirren.

00:12:43: das ist nämlich eine sogenannte Tuckertolette.

00:12:47: Eine Stehtolette und das erste Mal war ich total schockiert, was ist das denn?

00:12:51: Das sind nur Loch im Boden!

00:12:52: Wie soll das

00:12:53: gehen?!

00:12:54: Ich bin ja nicht hier im Wald und muss jetzt hier frei pinkeln, was ich natürlich nicht mache, das ist ja auch illegal.

00:13:00: Aber das habe ich total verwirrt und dachte mir so nein, oh mein Gott hab mich zu in diesen Kabinen gelaufen und da walten ganz normales Klo.

00:13:06: Ja

00:13:07: aber diese Alatulka-Klos, die waren früher gang und gäbe...

00:13:13: Verstehe auch den Vorteil daran.

00:13:14: Früher war das, wie gesagt, Gang und Gebe... Da konnte man nix wo hinsetzen.

00:13:19: Egal wo ich war, mein tanten Onkel war immer nur ein Loch

00:13:24: Und es gab keinen Klo, wo man sich draufsetzen

00:13:27: konnte?

00:13:27: Früher nicht!

00:13:27: Also da wo ich noch ein Kind war nicht.

00:13:30: Das wäre dann zu Luxus gewesen.

00:13:32: Später wurde auf jeden Fall alles erneuert komplett neu gemacht.

00:13:36: Es gibt natürlich, wie du gesagt hast, bestimmten Orten stellen noch solche Toiletten.

00:13:40: aber eine Neuigkeit kann ich dir geben habe ich letztens gelesen dass die in Samson irgendwann Ich weiß jetzt nicht genau wann Aber sie wollen Flughafen erneuern vielleicht kriegst du dann einen doppelten Sitzklo?

00:13:53: Ja das wäre vielleicht gar nicht so schlecht!

00:13:55: Ich meine diese sogenannte Hocktoilette also da wo man sich einfach nur drüber hockt Das ist ja die Allertoka-Toilette Ist natürlich hygienischer Man kann ja gar nichts anfassen.

00:14:05: Soll

00:14:06: auch gesunder sein, habe ich gehört?

00:14:07: Ja das ist tatsächlich natürlich, wenn man sich nachschockt der Darm ist hat dann die richtige Lage und die Verdauung ist dann auch besser.

00:14:15: und was weiß ich alles jetzt hier ohne Gewehr diese Angaben, wenn wir sie im Internet nachlesen.

00:14:21: Ist es tatsächlich so wie man sich da halt hin hockt kann man besser sein Geschäft machen.

00:14:25: Man kann ja auch nichts anfassen, man kann mit seinem Pone irgendwo drinnen kommen.

00:14:28: Man hat jetzt nicht einen Brillenrand von der Toilette voll pinkeln, was ich natürlich in Ausseben grüße.

00:14:34: Aber ich muss sagen, ich bin halt voll ungeübt da drin und ich würd mich jetzt nicht ... In der Öffentlichkeit irgendwie hinhocken, weil ich wüsste schon nicht, oh Gott, wohin wird meine Engines?

00:14:45: Weil ich trage hier voll auf so enge Hosen.

00:14:47: Und es ist dann schwierig und ich muss erst mal üben, dass ich halt auch dann So mein Geschäftsverricht, ohne dass irgendwo dran kommt, wo es nicht gehört.

00:14:56: Auf jeden Fall und dann schlafen auch mal die Beine ein oder was weiß ich was.

00:15:00: Also ja leicht ist das nicht da hast du schon recht?

00:15:02: Genau!

00:15:03: Und dann hab' ich natürlich auch ein bisschen Sorge um meine Schuhe.

00:15:06: Gleicht so nicht mehr stehen, dass sie irgendwie angepinkelt werden oder so... Aber grundsätzlich ist jetzt richtig das Hygienische als sauberer.

00:15:12: Ja klar der Boden ist natürlich nie sauber aber mit seinen Schwung geht man ja auch eigentlich in seine Wohnung rein.

00:15:17: Das Thema hatten wir ja schonmal ganz am Anfang.

00:15:19: Aber diese Toilette ist für mich halt Eine Frau aus Deutschland.

00:15:24: Total ungewohnt, ne?

00:15:25: Das ist mein absoluter Kultursch.

00:15:27: auch jedes Mal ins Hamftsohn am Klo.

00:15:29: Wir essen mal Koche rein, gucken wir in die erste Kubine und denken mir ... Oh nein!

00:15:32: Das ist wie diese Stehtolette.

00:15:34: Hoffentlich schaffen die das bis zu demnächst wieder da, bis sie neue Toiletten haben.

00:15:38: Ja, obwohl ich sagen muss, ich hab eben mega den Ekel vor öffentlichen Toileten.

00:15:42: Ich kann es ja gar nicht haben.

00:15:43: Egal wo du bist, das stimmt.

00:15:45: Boah, ich habe so ein ekel vor.

00:15:46: Leute, ich treu mich manchmal auch nachts wenn ich ganz dringend aufs Tintemus immer im Traum.

00:15:51: Dann treu mich davon, dass ich halt auf Toilette muss.

00:15:53: Aber ich wach nicht auf!

00:15:54: Das ist total verrückt bei mir und das dauert ganz lange bis ich aufwache.

00:15:57: Da muss die Blase schon bis zum Platzen voll sein quasi.

00:16:01: Ja dann treu ich davon, daß ich halt ein Klo suche und alle Toiletten sind so... eklig versüft, dass ich halt einfach ... Ich finde keine, die sauber ist.

00:16:10: Und das ist ein Drama, wenn ich dann träume davon und ich ekel mich so sehr davor und ah nee, alle kommen schnell!

00:16:17: Ich will deinen Kulturschock hören, ich will gleich mal drüber

00:16:19: nachdenken.".

00:16:20: Ja also mein Kultureschock ist, heutzutage gibt es ja bestimmt immer noch bei manchen Wohnungen sage ich mal da sind halt diese braunen oder manche sogar mit Muster

00:16:30: gefließte

00:16:30: Badezimmern Da, wenn ich da reinkomme, denke ich in welchen Jahr.

00:16:34: Ich bin dann immer so, weißt du?

00:16:35: Das ist schon sehr kurios!

00:16:37: Also das ist für mich ein richtiger Schock.

00:16:41: Da rufen wir mal die fünfzehn Jahre an und dann suchst du dir das Telefon mit der Drehwahlscheibe... ...Wahldrehwaltdrehschreibe dieser Scheibe, die man drehen musste um zu wählen.

00:16:52: Ich musste mal beim Kollegen aushelfen, also er hatte eine Wohnung gekauft gehabt oder der Haus.

00:16:56: Entschuldigung ein Haus gekauft und er hat uns angesprochen hey Jungs könnt ihr mir helfen wissen?

00:17:02: das ist ein sehr altes Haus da muss einiges rausgehauen werden und so weiter und sofort.

00:17:07: Da bin ich mal dahin gegangen Und habe mir einen Badezimmer angeguckt.

00:17:12: Hey du wirst nicht glauben Dieser ganze BadeZimmer war gefließt in einer Farbe Linda, wenn du das gesehen hättest ne?

00:17:21: Ich glaube, du hätt es rumgeschrieben vor Angst oder so.

00:17:25: Die war komplett in Orange.

00:17:28: Oha!

00:17:29: Ja und dieses Haus wurde um die nineteenhundertdreißig, neunzentviertzig gebaut... ...und solange hat die Frau dann da drin gelebt und dann hat er mein Kollege halt gekauft.

00:17:42: Das Haus genau Wie gesagt beim Reparieren als ich Diese Fliesen gesehen haben, hab ich gesagt.

00:17:47: Wenn ich so was sehen würde bei mir in der Bude ... Nein geht gar nicht!

00:17:51: Ja das sind krasse Farben die man früher halt benutzt hat ne?

00:17:55: Früher war das richtig krass oder tunkelbraun.

00:17:58: Da gab's auch sogar so braune Fliesen mit so Blümchen da drin.

00:18:01: Warum?!

00:18:02: Das war total, das war totes Schick zu der Zeit.

00:18:05: Alle haben ihr Badenszimmer so gefließt und heute will man das auf gar keinen Fall mehr haben.

00:18:10: Für die meisten auf jeden Fall gar nicht mehr schön.

00:18:12: Aber ja das ist natürlich ein krasser Kulturschall wenn wir das aus der Türkei gar nicht so kennst du, richtig bunte Fliesen im

00:18:17: Wagenzimmer?

00:18:18: Ja.

00:18:19: Nicht nur Türkei aber auch... Also meine Mutter ist sehr pingelig wie ihr das mittlerweile wisst und meine Mutter würde die Fliesen sofort wechseln lassen hätte mein Vater gesagt hey kannst du mir einen gefallen Ton wechsel mal die Friesen bitte für mich

00:18:32: oder man kann ja heute auch gut fließen streichen

00:18:35: oder kleben.

00:18:36: Das ist kassakulturisch und das verstehe ich auch.

00:18:39: also ich finde es auch tatsächlich gar nicht hübsch.

00:18:42: Und wo ich auch sagen muss, dass sich ganz weiße Fliesen im Ballzimmer aber auch nicht schön finde.

00:18:46: Da sieht alles so klinisch aus!

00:18:48: Ja... Aber liebe Weiß anstatt Orange?

00:18:51: Ja da gebe ich dir auf jeden Fall recht, da kann man noch eine schöne Farbe wählen und darüber strechen nachher über die weißen Fließen.

00:18:57: Damit kommen wir dann zur letzten Kategorie des Tages ein Hauch von Geschichte.

00:19:08: Jede Woche gibt es einen türkischen Schichtspfakt oder einen Kontext aus der türkische Geschichte Und diese Woche, Ali, sprechen wir über die Familie Akus.

00:19:18: Gut!

00:19:18: Heute reisen wir in den Norden der Türkei – genau gesagt in die Schwarz-Mehrmetropole Samshun.

00:19:24: Genau eine Stadt, die viele vielleicht nur aus den Geschichtbüchern kennen, weil Atatürk hier im Jahr und das ganze Land veränderte.

00:19:34: Aber Samshund hat eine völlig unterschätzte faszinierende Wohn- und Alltagskultur Zwischen den steilen Gassen der Altstadt und der kilometerlangen modernen Strandprobenade in Attacum lieben Welten.

00:19:47: Und um diese Welten zu verstehen, wollen wir euch heute nicht einfach nur nackte Zahlen an den Kopf vorwerfen – Wir erzählen Euch heute eine echte Familiengeschichte!

00:19:57: Die Geschichte von Hatice und ihren Ohrenkel Emre.

00:20:00: Wir spulen wieder einmal zurück in die Zeit bis in das Jahr, nineteenhundert fünfundfünfzig.

00:20:06: Das ist ungefähr die Zeit, zu denen unsere Eltern geboren wurden.

00:20:09: Zu dieser Zeit lebte eine junge Frau namens Hatice.

00:20:13: Sie ist gerade einmal achtzehn Jahre alt.

00:20:15: Wenn Hatice morgens um fünf Uhr aufwacht, riecht sie zwei Dinge – das Salz des Schwarzen Meeres und den Herben schweren Duft von Tabak.

00:20:23: Samsung war damals das wirtschaftliche Epizentrum des Tabakkandels.

00:20:28: Das blaue Gold prägte alles!

00:20:31: Auch das Wohnen.

00:20:33: Das blaue Gold prägte die gesamte Stadt.

00:20:41: Und es prägten radikal die Art und Weise, wie die Menschen wohnten.

00:20:46: Hatice lebte mit ihrer Familie im historischen Stadtteil Ikadem.

00:20:50: Wer Samson kennt weiß, ihr gerade bist steil.

00:20:53: Die Gassen sind eng, windig und Kopfstein geflastert.

00:20:56: Die Häuser damals waren größtenteils aus Holz und Lehm gebaut.

00:21:00: Und das Wort Wohnkomfort, wie wir es heute kennen gab es schlichtweg nicht.

00:21:05: Wohnraum bedeutete damals nicht Privatsphäre, sondern pure Gemeinschaft.

00:21:09: Hachijitsuhause war ein Ort an dem die Wände atmeten und an dem man nie alleine war – sie teilte sich ein winziges Zimmer mit ihren drei Schwestern.

00:21:19: Das Herzstück des Hauses war das Wohnzimmer, doch das sah völlig anders aus als heute!

00:21:24: Es gab keine Schrankwinde und keine Designersessel.

00:21:28: entlang der Wende zog sich der Cedir, eine lange, hölzerne, mit harten Kissen gepolzerte Bank Und mitten im Raum stand das wichtigste Möbelstück der türkischen Nachrichtsgeschichte.

00:21:39: Das legendäre Ceykiat-Klapsufer.

00:21:42: Diese Sofa war der Dreh- und Angelpunkt des Familienlebens.

00:21:45: Tagsüber saß man darauf, trank Tee und sortierte die Tabakblätter, die die Familie am Garten anbaute.

00:21:52: Doch wenn abends wie so oft die Verwandten aus dem Dörfern rund um Waffa oder Chachamba unangekündigt vor der Tür standen gab es keine Hotelbuchungen – man rief nicht vorher an Man klopfte einfach, dann wurde mit einem lauten Klacken das Check jetzt ausgezogen.

00:22:08: Drei schwere handgewebte Wolldecken drauf gelegt und schon war das Wohnzimmer ein Schlafsaal für fünf

00:22:14: Gäste.".

00:22:15: Das Badezimmer in Hadjicis Haus war aus heutiger Sicht ein absoluter Kulturschock.

00:22:21: Es gab kein fließendes warmes Wasser.

00:22:23: Dafür stand im Flur eine große Zinkwanne.

00:22:26: Wenn Hadjice oder ihre Mutter baden wollten musste Wasser mühsam auf einem kleinen Holzofen in der Küche erhitzt und einmalweise in die Wanne geschleppt werden.

00:22:35: Die Toilette war das klassische Alatoka-Klo, ein einfaches Loch im Boden.

00:22:39: Meistens sind einen winzigen eiskalten Verschlag draußen auf dem Balkon.

00:22:43: Es war ein hartes Rausleben aber für Hatice war es die absolute Normalität.

00:22:49: Hatice bleibt aber nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen.

00:22:53: Jeden Morgen lief sie die steilen Gassen hinunter vorbei an den rauchenden Schornsteinen der Stadt, direkt in riesige Teckeltütenfabrikasse.

00:23:02: Die staatliche Tabak-Fabrik mitten im Zentrum von Samson.

00:23:06: Sie war Fabrikarbeiterin genau wie hunderte andere junge Frauen und Mütter der Stadt.

00:23:11: Stundenlang stand Hatice in den riesigen schnickigen Hallen, in denen der Staub der Tabakblätter wie ein Nebel in der Luft hing.

00:23:19: Ihre Aufgabe war es die getrockneten Blätter nach Qualität und Farbe zu sortieren.

00:23:24: Ihre Hände waren vom Tabaksaft dauerhaft dunkelbraun gefärbt und der Geruch setzte sich so tief in ihren Kleidern und Haaren fest, dass sie ihn selbst beim Schlafen nicht mehr los wurde.

00:23:49: Das hat DJ in der Fabrik verdiente, kaufte sie nach und nach ihre Aussteuer.

00:23:59: EJs Schwere Webteppiche, feines spitzten Däckchen und ein kunstvollizierte Holzdruhe die später stolz in ihrer ersten eigen Wohnung stehen sollte.

00:24:09: Jedes Möbelstück das sie besaß hatte sich sprichwörtlich mit Tabakstaub und Rückschmerzen erkauft.

00:24:15: Und jetzt meine lieben Kankers machen wir einen gewaltigen Zeitsprung.

00:24:20: Wir schütteln den Tappergestaub der nineteenhundertfünfziger Jahre ab und springen genau in siehe und jetzt.

00:24:25: Wir treffen Emre.

00:24:27: Emre ist einundzwanzigjahre alt, trägt moderne Sneaker hat kabellose Köpfeurer im Ohr und studiert Betriebswirtschaft an der Undokus-Maiyes Universität in Samsun.

00:24:38: Er ist der O-Enkel von Hatice.

00:24:40: Wenn Emre heute das Wort Wohnen in Samsuns hört denkt er nicht an die steilen Holzhäuser von Ilkadim – er denkt an Atacum.

00:24:48: Atakum ist das absolute Lifestyle-Micker von Samsun.

00:24:51: Es ist flach, es ist modern und besticht durch eine kilometerlange palmgesäumte Strandpromenade mit Verratwegen und Hippencafés – mit Papps und mit modernen Wohnkomplexen.

00:25:03: Atakuum ist das Gesicht der neuen jungen Türkei.

00:25:06: Emre wohnt dort in einer typischen Studentenwohnung einen sogenannten EinsplusEins Eschale Apartmann.

00:25:13: Das bedeutet, ein Wohnzimmer mit integrierten Küchen, ein kleines Schlafzimmer komplett möbliert vermietet und hier erleben wir den Kontrast der Generation.

00:25:23: Wenn die Urgroßmutter Artige, die heute eine alte weise Frau mit Tiefen falten im Gesicht ist, ihren Uhrenkel Emre in Attacum besucht, versteht sie die Welt nicht mehr.

00:25:33: Emrat kein Checker hat – er hat

00:25:35: ein

00:25:35: minimalistisches graues Sofa von Ikea!

00:25:39: Er hat keinen schweren Wolldecken im Schrank die man mit zwei Personen anheben muss, sondern eine federleichte Down- und Decke.

00:25:46: Und der größte Schock für Herr Tietje – Emre hat kein separates Mr.

00:25:51: Vier oder Aße!

00:25:52: In Ertietjes Welt war das das größte schönste Zimmer am Haus, das immer abgeschlossen war.

00:25:57: Es war das Gästewohnzimmer.

00:25:59: Dort durfte niemand sitzen.

00:26:01: dort durfte kein Kind spielen.

00:26:03: Die Kisten mussten perfekt aufgeschüttelt sein Falls spontan Besuch kommt.

00:26:07: Die Familie selbst quetsche sich im Alltag lieber in die winzige Küche.

00:26:11: Emre dagegen nutzt jeden Zentimeter für sich selbst, wenn seine Unifreunde kommen sitzen sie auf dem Teppich, zocken Playstation, streamen Musik und bestellen sich per App eine Pizza, die zehn Minuten später an die Tür geliefert wird.

00:26:25: Für Hattice ist das pure Platz Verschwendung und Bequemlichkeit.

00:26:29: Für Emre ist es moderne Lebensqualität und Freiheit.

00:26:32: Aber lasst wir rücktes an dieser Familiengeschichte ist der Ort an dem sich die Leben von Urenkel und Urgroßmutter auf magische Weise kreuzen.

00:26:41: Wenn Emre unter der Woche zwischen den Vorlesungen Zeit hat, wenn er mit seinen Freunden lernen will ein Neujacke braucht oder am Wochenenden einen Kaffee trinken geht dann zieht es ihn immer an einem ganz bestimmten Ort im Herz des Stadt in das modernste und beliebteste Einkaufszentrum von Samson – das Bulvaraveme.

00:27:01: Es ist ein wunderschöner, offener Komplex aus historischen Backsteingebäuden in dem das Leben pulsiert.

00:27:07: Man sitzt draußen und die Sonne scheint Musik läuft!

00:27:10: Und jetzt haltet euch vor Augen was das eigentlich bedeutet... Dieses hippe Einkaufszentrum Das Buberabime ist exakt die alte Detailgetreu- und aufwendig restaurierte Tekeltütenfabrikasse.

00:27:22: Das bedeutet im Klartext, wenn Emra heute bei Starbucks sitzt und ein Eislatte trinkt auf seinem Tablet wischt und mit seinen Freunden über die hohen Mieten in Attacum scherzt, legt er auf dieselbe rote Backsteinwand an der vor genau siebzig Jahren seine Urgroßmutter-Hatice stand.

00:27:38: Mit staubiger Lunge, müden Augen und vom Tabaksaft verfärbten Händen sortierte sich an exakt diesem Ort Blätter um das Überleben ihrer Familie zu sichern.

00:27:48: Wo früher der bitterisch schwere Geruch von Tabak in den Luft lag Riecht es heute nach frisch gemahlenen Kaffeebohnen, teuren Paffeln und warmen Waffeln.

00:27:56: Wo früher Arbeiterinnen für ihre Rechte und ihre Überleben kämpfen, planieren heute die Studenten der neuen

00:28:02: Generation.".

00:28:03: Diese

00:28:03: Geschichte von Hatice und Emre zeigt uns eines ganz deutlich – Wohnen in Samshun ist viel mehr als nur Architektur.

00:28:10: Es ist ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die sich in Rekordzeit von einer rauen Arbeiter- und Industriestadt zu einer modernen Lifestyle Metropole am Meer gewandelt hat.

00:28:20: Die Räume sind kleiner und das Leben anonymer und digitaler geworden.

00:28:24: Aber eines ist in all den Jahrzehnten trotz des Wandels von Leben zu Glas und von Tabak zur Café absolut gleich geblieben!

00:28:31: Wenn Emre heute Abend auf seinen verglassten Atacum-Balkon tritt und auf das endlose, dunkelschwarz Meer blickt dann spürt er genau dieselbe... tiefe Sehnsucht und dieselbe Ruhe, die seine Urgroß-Motatige damals verspürte.

00:28:45: Wenn sie nach einem langen Arbeitssach auf ihren kleinen Holzbalkong in Eligadon trat und oft dieselbe Wellen hinausschaute – Die Zeiten ändern sich, die Möbel ändern sich aber die Seele von Samson bleibt die

00:28:57: gleiche.".

00:28:58: Ja das war der Geschichte von Hatice und Emre, von der Familie Akkusch und die Gegensetzigkeit wie die beiden jetzt heute leben diese Generation?

00:29:06: Heute wohnen wir natürlich deutlich bekriemer Wie Emre auch.

00:29:09: Er wohnt natürlich ganz anders als seine Urgroß-Oma Diha Titsche und wir müssen nicht so eine harte Arbeit in einer Tabakfema verrichten, die ja total ungesund ist.

00:29:20: Emre hat heute das moderne Leben, dass er seinem Urgroßenummi völlig unvorstellbar war.

00:29:24: Ja auf jeden Fall!

00:29:26: Das hast du mir gezeigt das erste Mal, als sie in Samson waren?

00:29:29: Hast du mir gesagt hier stand meine Tabak-Fabrik

00:29:31: genau

00:29:32: Genau,

00:29:33: genau.

00:29:33: Das alles war eine Tabakfabrik.

00:29:34: Konnte ich mir auch ganz schwer vorstellen weil da ist ja wirklich das ein Starbox ne?

00:29:38: Da ist alles!

00:29:38: Dann

00:29:39: gehört diese Columbia Kaffee.

00:29:40: Aber

00:29:41: wie du vielleicht gemerkt hast die Wände sind alle in gleicher Farbe.

00:29:45: ne also...

00:29:45: Ja man sieht es tatsächlich an den Backsteinen dass das ein ganz altes Gebäude war oder ganz geil als Gebäudes ja noch ist.

00:29:52: und heute kannst du da einkaufen planieren kaffeetrinken was essen gehen ein bisschen shoppen.

00:29:57: Ganz was anderes?

00:29:58: Ganz anders, also mit der Zeit hat sich das extrem gewandelt und ich finde es sehr beeindruckend wenn man sich vorstellt dass da für siebzig-achtzig Jahre Menschen gestanden haben vor allem viele Frauen und Tabakblätter sortiert haben.

00:30:10: Und dann wirklich eine sehr ungesunde und harte Arbeit verrichtet haben um ihre Familie ja mit zu ernähren oder hauptsächlich zu ernährn wie auch immer Geld zu verdienen an dieser Stelle Ja und dass man halt nochmal ganz anders zusammen gelebt hat.

00:30:23: Dass man nach Hause kommt ist damals dann zusammen in der Küche gesessen mit der ganzen großen Familie.

00:30:29: Und wenn da Besuch kam, wurde das Klappsofa aufgebaut?

00:30:32: Genau genau!

00:30:33: Und nicht so wie heute.

00:30:34: man kommt nach Hause ja wenn einer kommt dann gab es einen Kaffee und man hat noch ein Gästezimmer.

00:30:38: wenn jemand über Nacht bleiben will aber so spontan kommt dann auch keiner mehr vorbei ist ganz anders.

00:30:43: Ich habe sogar auf solche Klappsofas geschlafen doch.

00:30:45: Ja glaube ich die auch gerade fragen das glaube ich als

00:30:47: Kind

00:30:48: aber

00:30:49: jetzt heutzutage nicht mehr.

00:30:50: Das war auch so dass man dann so ganz schwere alte Decken rausgeholt

00:30:53: hat?

00:30:55: Bei mir war das ja so, ich war ja mit meinen Eltern nicht mehr im Sommer da und da haben wir keine Decke gebraucht.

00:31:01: Aber eine Klappsofa für meine Tanten kann ich die vergessen, die immer einfach nur lang gezogen wurden.

00:31:06: Auf einmal wurde das Sofa... Das war so geil!

00:31:09: Die hatte sogar so eine Holzbank oben an der Rückenlehne wo du so Deko drauf banken konntest.

00:31:17: Und wenn du das Bett gemacht hast, die Holzdingen ist noch stabil geblieben.

00:31:21: Aber der Bett ist so dann runtergegangen und klappt mir... Also weil er ganz extravagant ist, Zeug

00:31:26: so.

00:31:26: Okay!

00:31:27: Aber natürlich kannst du auch zu zweit, wenn du halt so richtig eng arsch am Arsch liegen wolltest, hast du also zu zweiter drauf geschlafen?

00:31:36: Ja es nicht mehr.

00:31:37: Ist nicht so diese schöne Bequemlichkeit wie heute.

00:31:40: Als Achtzigmal zwei Meter wird jeder genug Platz auf seiner Seite und wir würden uns da auch manchmal nachts irgendwie in die Quere kommen.

00:31:46: Ach,

00:31:46: früher, wo ich sogar mit meinem Bruder zusammen bei meinen Tanten waren in Trabzon ne?

00:31:53: Eine andere Stadt an der Schwarzen Meer.

00:31:56: Da haben wir ein Zimmer mit Personen geschlafen also da war das egal.

00:32:00: Früher war das eigentlich alles egal, habe ich das Gefühl.

00:32:02: Da

00:32:02: hast du nicht auch Bequemlichkeit.

00:32:03: Hauptsache du hast einen Platz gehabt zum Schlafen und das wars!

00:32:06: Ja, ich weiß noch dass mein Bruder und seine Frau auch mal in dem Stockbett von mir und meiner kleinen Schwester geschlaufen haben.

00:32:14: Und das war halt ein Kinderbänder, wie wir es geschafft haben, da reinzukommen.

00:32:18: Ja, dass er noch Zeiten freh, hat man einfach alle auf einen Haufen geworfen und mal geschlafen.

00:32:22: Wie ist das bei euch?

00:32:23: Das würde mich auch interessieren, liebe Kankers.

00:32:25: Macht ihr das auch so, wenn ganz viele Gäste kommen, dass sie auch einfach gewürfelt durcheinander in einem Raum pennt oder seid ihr eher Team-Gästezimmer und ich brauche meine Ruhe beim Zimmer?

00:32:35: Das würde mich sehr interessieren.

00:32:36: Also ich bin tatsächlich eher so, ich freu mich wenn ich alleine beim Zimmer

00:32:40: staunen kann.

00:32:41: Ach und ich freue mich halt, wenn ich die ganze Bude

00:32:44: voll habe!

00:32:45: Ja das gefällt dir nicht so, mir nicht so.

00:32:47: Ich mag das nicht, also den ganzen Tag durcheinander.

00:32:51: Der Medientipp der Woche?

00:32:52: Also Medientip der Woche.

00:32:54: ganz ehrlich, ich überrasche euch diesmal gebe ich das wieder mal.

00:32:58: Letztes Mal hab' ich das glaube ich auch gemacht

00:32:59: ne?!

00:32:59: Ja, aber egal.

00:33:00: Diesmal ganz was anderes... Ich glaube da spreche ich mehr die männliche Zuhörer.

00:33:07: Es gibt natürlich bestimmt auch weibliche Zuführer, die darauf ausstehen.

00:33:11: Aber ihr wisst ja, ich bin ein Fußball-Junkie und die türkische Liga fängt an Die deutsche Bundesliga fängt dann also mein Medientipp im Fußball, Fußball,

00:33:20: Football.

00:33:21: Genau der Ali der klassischen Fußball Der ist ja ein Fußballfan Ein großer großer Fußballfan.

00:33:27: Ja, und wer sagt Bonnie Fußballker kein Bock drauf?

00:33:30: Dann würde ich euch raten.

00:33:32: Guckt euch doch mal diese alte Tabakfabrik an vor allem wenn ihr im Samsung seid.

00:33:35: also nicht die alte Fabrik, sondern das Gebäude geht ein bisschen shoppen, ein bisschen einkaufen.

00:33:39: Das wäre jetzt so.

00:33:40: mein Tipp der Woche ja.

00:33:41: und Ani sagt einfach nur Fußball gucken

00:33:42: Genau

00:33:43: Ja, und wir sind natürlich auch immer gespannt auf eure Geschichten und Anregungen.

00:33:47: Deswegen schreibt uns gerne an podcastr zumchai.de oder lasst einen Kommentar da.

00:33:51: Vor allem erzählt uns auch wenn ihr auch schon mal in Samson wart und ja in der alten Tabakfabrik einkaufen wart?

00:33:57: Oder

00:33:57: sogar aus Samson kommt und ihr die Geschichte selber noch gut kennt!

00:34:01: Ja, wenn du noch was vergesst habt dann zählt uns das

00:34:03: gerne.

00:34:04: Natürlich folgt uns gerne auf Instagram, TikTok und YouTube.

00:34:07: dort heißen wir pünktlich zum Chai.

00:34:09: Dort könnt ihr uns natürlich auch wieder anschreiben.

00:34:12: Ja, und ganz wichtig abonniert den Podcast.

00:34:15: Und nächste Woche Donnerstag geht es direkt weiter!

00:34:18: Bis zum nächsten Mal!

00:34:19: Tschüss!