Jeden Donnerstag eine neue Folge - Überall, wo es Podcasts gibt

Sozialschmarotzer?!

Shownotes

Türken sind Sozialschmarotzer – ein Vorurteil, das nach wie vor noch hartnäckig besteht. Diese Woche arbeiten wir genau dieses Thema intensiv auf. Denn wir klären nicht nur auf, wieso das Vorurteil den Türken gegenüber zustande kam: In dieser Folge haben wir einen Gast in unserem Podcast! Resul kam mit 17 Jahren nach Deutschland und erzählt uns von seinem Leben als Kind eines Gastarbeiters.

Hosts: Linda Althoff und Ali Özen Redaktion und Schnitt: Linda Althoff Musik: Linda Althoff, Alper Albayrak und Can Aldirmaz

Quellen: Sozialschmarotzer, in: DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Sozialschmarotzer, abgerufen am 31.03.2026

Pötzschke, S. (2018). Türkeistämmige in Deutschland: Eine Analyse ihrer Lebenssituation und Identifikation (Working Paper 81 der Forschungsgruppe des Bundesamtes). Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). URL: bamf.de. abgerufen am 01.04.2026.

National Geographic (2024): Heimat Deutschland: Die Geschichte der türkischen Arbeitsmigration, in: National Geographic online, 11. April 2024, nationalgeographic.de, abgerufen am 01.04.2026.

Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P): Die Türkei nach Atatürk, in: Themenbereich Türkei, Ludwig-Maximilians-Universität München, cap-lmu.de, abgerufen am 03.04.2026.

Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte, in: Lebenswege – Migration und Integration in Rheinland-Pfalz, https://lebenswege.rlp.de/sonderausstellungen/50-jahre-anwerbeabkommen-deutschland-tuerkei/die-anwerbung-tuerkischer-arbeitskraefte, abgerufen am 03.04.2026

Transkript anzeigen

00:00:18: Hallo, Kankas!

00:00:20: Hallo.

00:00:21: Tscheibakt in der Hochgeldin ist...

00:00:23: Ich bin Linda

00:00:24: und ich bin der Ali

00:00:25: Und ihr seid hierbei pünktlich zum Tschei gelandet?

00:00:28: Der Podcast für alle die Kultur und Feiern.

00:00:31: Und vielleicht auch selbst in einer mehr kulturellen Beziehung sind

00:00:34: oder einfach mehr über das Zusammenleben verschiedene Kulturen erfahren

00:00:38: wollen.

00:00:38: Ja, und heute gibt es keinen Tschey?

00:00:40: Wieder mal nicht?

00:00:41: Ne, wieder mal nicht.

00:00:42: Wir haben schon vor viel Kaffee getrunken.

00:00:44: deswegen trinken wir heute keinen Tschai.

00:00:45: Ich trink jetzt Witz gerade, trinken mir ja auch nichts, wir trinken ja Wasser.

00:00:49: Also, es gibt nicht jeden Tag Chai.

00:00:50: Ist ja auch vielleicht nicht so gut, ne?

00:00:52: Jeden Tag ... Ich weiß es nicht!

00:00:54: Ich hab gestern viel Chai getrunken aber da reicht doch,

00:00:56: ne?!

00:00:57: Ja ist auch okay... Heute haben wir eine tiefgründige Folge für euch vorbereitet.

00:01:03: Wir gehen einem echten Vorurteil auf den Grund und haben dafür ein intensives Interview geführt Das erste interview was wir jemals geführt haben.

00:01:12: Und dieses Interview kommt ganz am Ende anstelle der türkischen Geschichte heute vor.

00:01:17: Aber wir fangen natürlich ganz

00:01:19: vorne an.

00:01:20: Genau, uns hat nämlich jemand geschrieben dass wir doch mal bitte türkische Redewendungen die auf Deutsch lustig klingen würden hier erzählen sollen.

00:01:28: Irgendwo auch finde ich auch richtig gut Und ob richtig Bock hier welche vorzustellen, da haben wir uns doch mal so direkt ein paar Favoriten rausgesucht.

00:01:37: Genau und deswegen kommen wir heute einfach direkt zur ersten Kategorie würde ich sagen oder?

00:01:41: Ja

00:01:42: warum denn nicht?

00:01:42: ne?

00:01:43: Das wird es ein bisschen länger dauern, deswegen geht's direkt los!

00:01:46: Dingelingeling!

00:01:54: Okay normalerweise stellen wir euch in jeder Folge nur ein türkisches Wort oder eine türkische Redewendung vor

00:02:00: Aber in dieser Woche weiten wir das mal etwas aus.

00:02:03: Also es folgen türkische Redewendungen, die bei den Türken ganz normal sind.

00:02:08: Aber auf Deutsch lustig oder fragwürdig klingen.

00:02:11: Ali hat da mal ein paar Redewändungen für euch vorbereitet.

00:02:15: Womit fangen wir an?

00:02:17: Ich fange mal mit dem ersten Anwalt ich so habe.

00:02:19: Das erste heißt Kafam E!

00:02:23: Also E wird mit E Y und E geschrieben.

00:02:25: Deswegen hört sich jetzt komisch an bei euch bestimmt.

00:02:28: aber Kafam heißt Kopf.

00:02:31: E heißt gut, also mein Kopf ist schön.

00:02:34: Man benutzt das halt wenn man so angetrunken ist oder so leicht am...

00:02:38: Angeschäckert?

00:02:39: Genau da sagt man halt ne Boah!

00:02:42: Mein Kopf is schön.

00:02:43: Also

00:02:43: ist der Kopf schön weil man ihn sich schön getrunken hat?

00:02:47: Wie ich sage

00:02:48: Okay fühlt sich im Kopf vielleicht gut an je nachdem welchen Alkoholpegel man gerade so hat.

00:02:54: Also ich dachte erst dass man das nach einem Frisörbesuch nutzte.

00:02:59: Also die Haare sind schön und mein Kopf ist

00:03:01: schön.

00:03:01: Genau, weil mir schön, kaffarm schön, mein Kopf war schön.

00:03:05: Wenn ich jetzt beim türkischen Friseur war, da sah ich ja nicht kaffam ehe.

00:03:09: Wer sagt man auf Türkisch?

00:03:10: Güzel görünür.

00:03:12: Ich sehe hier schön aus oder...

00:03:13: Ja!

00:03:15: Man würde jetzt nicht sagen, dass mein Kopf schön ist.

00:03:17: Mein Kopf heißt eigentlich, ich habe getrunken.

00:03:19: Genau.

00:03:20: Und für güzel görünür sieht es gut aus.

00:03:23: also das mit dem Augen.

00:03:24: Ja,

00:03:24: wegen Augen und so.

00:03:26: Ah okay.

00:03:27: Also mein Kopf ist schön finde ich lustig eigentlich wenn man das sagt um zu sagen dass man was getrunken hat.

00:03:33: deswegen ja also pass gut auf was ihr sagt falls ihr das mal benutzen wollt.

00:03:36: es heißt nicht meine haare sind schön sondern das heißt ich habe etwas getrunkt.

00:03:41: mir geht's gut.

00:03:42: mein kopf ist schön nicht die haare.

00:03:44: das haben wir noch Ali?

00:03:45: Number two Elime Salassam.

00:03:49: Oh, das ist aber eine lange Redewendung.

00:03:51: Oder es hört sich sehr schwierig an wegen den ganzen Nulls?

00:03:54: Genau und wirtwürdig übersetzt wenn ich also die Handschwenkel kommen fünfzig.

00:04:00: Kommfünfzig!

00:04:01: Wann sagt man das?

00:04:02: Ich

00:04:02: rede mal jetzt von mir...ich bin nicht so einer.

00:04:05: Ich würde das nicht sagen weil da sind Leute die sich von sich so richtig überzeugt sind dass sie so richtig gut aussehen und richtig top sind und viel Geld haben und sagen ach Wenn ich bei einer Handschwenke komme, so viele Mädels ungefähr.

00:04:19: Das ist so gemeint eigentlich.

00:04:22: Aber das würden auch natürlich Frauen aussagen.

00:04:24: Die würde aussehen und sagen ... Dann kriege ich so viele Männer ab oder so.

00:04:28: Ich kann aber für beides nehmen.

00:04:30: Also

00:04:30: für die arroganten Menschen?

00:04:32: Würde ich auch sagen.

00:04:34: Aus Gag kannst du das ja natürlich auch sagen also Elimisallas am Edeliste.

00:04:38: Für sehr attraktive Menschen?

00:04:40: Oder ist das egal, ob das jetzt ... Also könnte jeder irgendwie sagen?

00:04:43: Könnte

00:04:44: jeder sagen.

00:04:45: Oder kann man das auch sagen, wenn man lange unter dem Single da sein leidet?

00:04:50: Nö ja, kann man aber dann sagen sogar Leute die schon eine Frau haben und sagen ey ich hab zwar ne Frau, aber wenn ich meine Handschuhe kriege, krieg ich trotzdem mehr als du jetzt.

00:05:02: so, weißt du so?

00:05:03: Richtig gepläher.

00:05:04: Hast du schon mal sowas gehört von jemandem?

00:05:07: Viel, natürlich.

00:05:09: Bei

00:05:09: den Torken ist das so, oder?

00:05:11: Ja anscheinend.

00:05:12: Würdest du nie sagen ne?

00:05:13: Nein.

00:05:14: Brauche ich doch nicht.

00:05:15: Ich habe doch eine.

00:05:16: Verzerrte mich mit Fünfzig.

00:05:17: Weiß ich nicht vielleicht.

00:05:19: Wenn wir jetzt ein paar mehr haben reicht eine ne?

00:05:21: Anstrengend genug oder?

00:05:23: Dazu sage ich lieber nichts.

00:05:24: Das würde

00:05:24: ich ja an der Stelle auch nicht.

00:05:30: Hör auf zu lachen!

00:05:33: Guck, das nächste passt jetzt.

00:05:34: Du lass da so viel... Ja, das Nächste passt wunderbar.

00:05:38: Da heißt Kaffeeüschete wird wirklich übersetzt heißt es hat sich im kopf erkältet.

00:05:45: das hört sich schon geil an aber eigentlich heißt als so wie er sie ist verrückt oder verrückt geworden mit der lache war.

00:05:54: da bist du schon so

00:05:55: weil ich weiß man lachen voll schlimm.

00:05:57: wahrscheinlich hören auf viel den podcast nicht wegen meiner lache aber ich kann es ja auch nicht.

00:06:03: Ich kann es ja nicht abstellen.

00:06:04: Ich lache auch einfach in so Momenten, wo ich nicht schneiden kann.

00:06:07: Kann sein!

00:06:07: Okay also er hat sich im Kopf erkältet, hört sich erst mal...ich finde das hört sich schon ernst an.

00:06:12: und wenn ich jetzt gerade vor Lachentränen in den Augen

00:06:14: habe... Also man darf total nur nicht fördwörtig übersetzen weil dann würden dich wirklich alle auslachen wie du gerade gelacht hast.

00:06:20: Das

00:06:20: benutzt man, wenn jemand durchgedreht ist.

00:06:22: oder wann benutzt Man das?

00:06:24: Wenn jemand mich komisch anspricht und irgendwas von mir möchte, was ich gar nicht in dem Thema bin.

00:06:30: Oder

00:06:30: auch so seltsame Begegnungen?

00:06:31: Genau!

00:06:32: Auch wenn ich mit meinen Freunden oder meinem Bruder bei sich... Und der kommt mir mit komischen Sachen an, dann sag' ich die Kaffeemüschel, weißt du vom... Bist du verrückt oder wat?

00:06:40: Bist Du erkältet

00:06:40: im

00:06:40: Kopf?!

00:06:41: Bist Derkältet Im Kopf oder Wat?

00:06:42: Geht's dir gut, brauchst du einen Taschentuch?

00:06:43: Hast

00:06:43: du Fieber am Kopf?

00:06:45: Also quasi wie ein Schnupfen beim Kopf ne?

00:06:48: dass die Nase nicht läuft.

00:06:49: Da muss man aber auch ein bisschen aufpassen, wenn jemand z.B.

00:06:52: eine psychische Erkrankung hat oder eine Krankheit hat ... Man

00:06:55: soll damit ja nicht rumalbern.

00:06:56: Wenn jemand wirklich krank ist, ist er nicht dafür gedacht, den kranken Menschen zu sagen.

00:07:02: Das ist halt nur so ...

00:07:04: Du bist so verrückt geworden?

00:07:06: Wie unter uns, oder wenn du unter Freunden bist und sagst dir aus Spaß, ach komm, erzähle nicht so ein Scheiß!

00:07:12: Bist du verrückt oder was?

00:07:14: So bezeichne ich das.

00:07:16: Eigentlich ist das auch so.

00:07:17: Okay, also man kann jetzt keinem so wirklich damit vor den Kopf stoßen.

00:07:20: Das ist schon etwas Lustiges und so... okay!

00:07:23: Das ist ja auch gut zu wissen für unsere deutschen Kankers.

00:07:26: Wir haben noch einen?

00:07:27: Ja, unseren Letzten für heute oder für die Folge.

00:07:33: Oh du hast es so schnell ausgesprochen ne?

00:07:37: Was heißt das?

00:07:38: Ich esse meinen Kopf.

00:07:40: Also wörtwörtlich heißt das wirklich ich esse mein Kopf.

00:07:44: eigentlich heißt das so ich dreh durch oder ich raste aus.

00:07:48: Also wenn einem alles zu viel wird?

00:07:49: Genau, genau!

00:07:49: Dann

00:07:49: will man seinen Kopf

00:07:50: essen... Ja, wenn man Stress hat oder wenn das etwas... Wenn

00:07:54: es laut wird?

00:07:54: Wenn es zu laut wird oder...

00:07:56: Kinder sind laut.

00:07:57: Kinder sind laut, Nachbarn sind laut, irgendwelche... Also dann drehst du ja durch, dann sagst du dir, boah, da ist mir alles zu laut, alles zuviel, ich rasse aus gleich und bei den Tüten sagst Du deinen Kaffee.

00:08:09: Ist das so ähnlich wie wenn man sich die Haare vom Kopf rauft?

00:08:12: Joa Wie sagt man's auf Deutsch?

00:08:13: Ich hoff' mit die Haaren Ja, ne?

00:08:15: Irgendwie so.

00:08:16: Ähnlich!

00:08:18: Ich muss immer ... Wenn du das sagst, ich esse meinen Kopf an Spaghetti denken.

00:08:23: Ich seh diese Haare von meinen Augen.

00:08:25: Bei uns sagt man ja auch... Du frisst mir die Haare vom Kopf, wenn man einem viel Geld kostet.

00:08:33: Wenn man Kinder hat und die kosten einen viel Geld, sagt man, ey, du fährst mit den Haaren vom Kopf!

00:08:38: Aber den Kopf aufessen finde ich schon ein bisschen merkwürdig.

00:08:41: Okay also... Man kann seinen Kopf auf essen, stelle ich mich jetzt auch bildlich ein bisschen schwierig vor muss ich sagen?

00:08:46: Versuch mal

00:08:47: Ja, wo soll ich anfangen?

00:08:49: Ich kann ja meinen Mund nicht bewegen.

00:08:51: Gibt es auch so coole deutsche Spritwörter?

00:08:53: Meinst du, es gibt sowas Cooles?

00:08:54: Auf jeden Fall!

00:08:56: Ich frest mir die Haare vom Kopf, kennt man?

00:08:59: Aber ich weiß nicht so ... Ich hab Tomaten auf den Ohren... Was sagt man noch hier?

00:09:04: Ohne in den Ohnen?

00:09:06: Nein, ich hab Tomatens auf den Augen, sagt

00:09:08: man.

00:09:08: Genau oder der frühe Vogel fängt den Wurm.

00:09:11: Stimmt das ist Bord, das ist auch der fröhliche Vogel.

00:09:14: Also bin ich im Vogel

00:09:15: und

00:09:16: Fangen Wurm?

00:09:17: Ja, wenn du früh da bist.

00:09:19: Sonst sind die Würmer alle weg.

00:09:21: Wenn du zu spät kommst, gibt's keine Würmmer mehr!

00:09:22: Boah

00:09:22: ja genau und der ist auch schön.

00:09:25: Wer schreibt, der bleibt.

00:09:26: Stimmt das ist eigentlich mein Lieblingssprich vor.

00:09:27: Aber

00:09:28: das habe ich zuletzt glaube ich in der Schule gehört gehabt.

00:09:31: Während Türkischen wahrscheinlich seltsam weil es sich nicht reimt.

00:09:36: Auf jeden Fall also...

00:09:37: Wenn du es übersetzt kannst du es

00:09:40: übersetzen.

00:09:45: Kurduyakalat.

00:09:47: Nicht Kurt, sondern Kurt.

00:09:49: Die

00:09:49: Karre-Unterschied gehört?

00:09:50: Ja,

00:09:51: T und T weil mit T ist ein Wolf gemeint.

00:09:54: Mit D ist halt so ein Wurm gedacht.

00:09:57: Hör auf!

00:09:58: Genau was.

00:09:58: für mich habe ich ja so türkisch auch selber nicht gelernt.

00:10:01: Deutsch auf der Türkei zu übersetzen ist schon schwieriger als der türkische auf der Deutsch zu übersetzten.

00:10:06: Kannst du auch übersetzen wer schreibt da bleibt?

00:10:10: Also ich selber würde sagen Kim Yasarca o colored.

00:10:14: Ja, aber das ist halt nicht so cool weil es dich nicht reibt.

00:10:17: Wer schreibt der bleibt?

00:10:18: Voll langweilig so weißt du.

00:10:19: Kim Yasarso o colored...

00:10:21: Macht doch gar keinen Sinn wahrscheinlich am türkischen oder?

00:10:25: Der schreibt er bleibt hier stehen ungefähr.

00:10:28: Aber im deutschen macht das Sinn.

00:10:29: Ich benutze das gerne weil ich schreibe ja auch gerne ne?

00:10:31: Das stimmt.

00:10:32: deswegen bleibst du auch immer.

00:10:33: Ja deswegen bleibe ich auch.

00:10:34: Immer die Bedeutung kann man sich jetzt streiten, aber gut.

00:10:39: Ja das sind auf jeden Fall die deutschen Redewendungen oder die deutschen Sprichwörter, die wir halt so kennen und die wir auch benutzen.

00:10:46: also ich meine der frühe Vogel fängt.

00:10:48: den Wurm benutze ich jetzt eigentlich auch nie wirklich.

00:10:50: Aber was schreibt er bleibt benutze Ich oft.

00:10:53: Und ja wollt ihr noch mehr davon hören?

00:10:55: schreibt uns gerne wie recherchieren weitere sprichwürter Die im türkischen normal aber übersetzt lustig sind.

00:11:02: nennt uns gerne eure Lieblingssprichwörtere.

00:11:16: Wenn ihr das nicht hören wollt, dann skipt ihr einfach ein paar Sekunden.

00:11:36: Und natürlich am Ende noch unser Wort des Tages.

00:11:38: Das darf ja gar nicht fehlen, ne?

00:11:40: Was ist das

00:11:42: heutige Wort

00:11:46: Ali?

00:11:47: Eigentlich so ähnlich wie der Deutsche, der Deutsche ist da.

00:11:50: Aber abfällig?

00:11:51: Könnte man sagen... Ich weiß nicht ob ich das schon mal erzählt habe, aber das hat ja so.

00:11:55: wenn du in der Türkei bist zu Almanje und von Deutschland aus dahin kommst zum Beispiel hast du in Deutschland ein bisschen groß geworden, dann machst du Urlaub oder der Almanji ist da Und wenn du hier in Deutschland lebst, bist du der Türker, wer dort willkommen noch hier will kommen

00:12:09: Das ist selten voll traurig.

00:12:11: Also sind Menschen gemeint, die eigentlich Türken sind aber in Deutschland leben?

00:12:15: Genau.

00:12:15: Irgendwie

00:12:16: auch gemein oder liefst das nicht aus so eine Identitätskrise aus weil man nicht weiß wo man hingehört?

00:12:22: Ja also mir gefällt es auch nicht aber ich habe's mittlerweile so hingenommen.

00:12:26: Ich mach mich da nicht mehr so wegen Kopf drüber.

00:12:28: Ich weiß so was ich bin, wie ich denke und der Rest ist dann halt leider so.

00:12:34: Aber

00:12:34: dich bezeichnen den Leuten denn auch tatsächlich in der Türkei?

00:12:37: Sagen denen auch richtig so Lual Manje?

00:12:40: Ja nicht direkt wird wörtlich!

00:12:41: Weiß ich mal wenn du mal einkaufen gehst, aber auch Manchester zum Beispiel.

00:12:45: Die Deutschen sind da oder so... Wenn du in

00:12:46: die Türkeis jetzt einkauen gehst?

00:12:47: Genau.

00:12:48: Und so wenn du hier bist Christ hat nicht so oft mit, aber der Türke hat wieder was gesagt.

00:12:52: Weißt du?

00:12:52: Ob das jetzt ein Verein ist, Fußballverein... Natürlich meint es auch öfters mal als Spaß gemeint.

00:12:59: Verletzt das trotzdem so'n bisschen?

00:13:01: Ja

00:13:02: wenn er natürlich irgendwann immer zu viel wird dann denkst du ja boh äh ja ist gut ich weiß ne meine Rutschen sind türkisch Aber ich bin hier geboren und lebe hier.

00:13:09: Ich fühl mich wie in Deutschland.

00:13:10: von daher kannst du mich nennen wie du möchtest.

00:13:13: Aber ich sag auch manchmal zu dir

00:13:16: Ja, du sagst aber auch Spaß.

00:13:18: Ist ja was anderes als wenn jetzt ein Mensch oder jemand zu mir sagt, den ich nicht so lange kenne?

00:13:24: Dann würde mich das schon irgendwann stören.

00:13:25: Verstehe ich.

00:13:26: Ich glaube es ist schon unangenehm.

00:13:27: Genau!

00:13:27: Wenn meine Freunde mich da ansprechen, mach' ich mal überhaupt keinen Arbeitsproblem.

00:13:32: Kommt rüber oder die verwandten oder so wie hier unsere Schwere.

00:13:35: Der Turbo-Turkey ist da.

00:13:38: Ich weiß, das stört mich nicht ein bisschen.

00:13:40: Das

00:13:40: gar nicht, ne?

00:13:41: Okay weil man weiß dass die Menschen das ja auch nicht gar nicht böse meinen sondern eigentlich noch liebevoll.

00:13:46: weil ich habe mal gelesen wenn man Menschen einen Spitznamen gibt Also man macht das nur bei Menschen, die man gerne mag.

00:13:51: Ja beim Fußballverein hatte ich auch meinen spitzen Namen da war ich der Quotentürgel.

00:13:55: Ja stimmt du bist ja der Quottentürgel aber das ist für dich dann auch

00:13:58: liebevoll gemeint.

00:13:59: Ich bin da ganz anders und mache mir überhaupt keinen Kopf drüber.

00:14:01: es gibt vielleicht Menschen die sich natürlich ein bisschen angreifender fühlen aber bei mir ist halt nicht so nein.

00:14:06: Also wenn es Menschen sind die du jetzt gar nicht kennst?

00:14:08: Wie ich gar

00:14:08: nicht kenne ob dort jetzt in der Türkei oder hier ist dass wir mich dann stören und ansprechen und fragen ich habe einen Namen oder wir kennen uns gar nicht warum redest du so weißt was ich meine das würde ich schon machen

00:14:18: Kann ich voll verstehen?

00:14:19: Ich glaube, das ist schon ein bisschen unangenehm.

00:14:21: Aber gut okay!

00:14:22: Und der Ali Übersetzer ist jetzt noch mal kurz ins Türkische und wenn ihr das nicht hören wollt dann es gibt dir ein paar Sekunden.

00:14:34: Genau, wie jede Woche

00:14:42: spreche ich

00:14:52: mir über ein Klischee oder einen Vorteil gegenüber den Türkelen und unser Klischeedewoche.

00:14:57: Alle Türken sind sozialschmerzer!

00:15:00: Das klingt richtig

00:15:01: hart.

00:15:03: Wie ist das für dich Adi wenn du so was hörst?

00:15:05: So als Türke?

00:15:06: Ich

00:15:06: bin ja eigentlich ein ganz lockerer Mensch sag' ich mal.

00:15:10: Und wenn jemand mich so beleidigende Wörter benutzt oder irgendwelche Sachen zu mir sagt Mich nimmt er einfach so hin.

00:15:18: Ist mir egal was die denken weil ich weiß ja wie ich bin Und meine Familie weiß, was ich bin.

00:15:22: Wie ich bin?

00:15:22: Meine Freunde wissen das.

00:15:24: Meine Arbeitskollegen... Deswegen ist mir das eigentlich egal!

00:15:26: Aber natürlich ist es nicht fair oder nicht richtig, dass man so mit einem dann umgeht oder sowas sagt.

00:15:32: Das finde ich gar nicht schön.

00:15:33: Wir Türken sag' ich mal.

00:15:35: Jetzt sagen ein bisschen viele Boali, entscheide ich mal etwas bis jetzt Türke oder Deutsche.

00:15:38: Wir Deutsch-Türken sind keine sozialschmer Rutscher auf gar keinen Fall.

00:15:43: Also ich finde, dass das... So etwas zu behaupten ist meiner Meinung nach schon eine Art von Hetze wenn ich behauptet, dass alle Türken und türkinnen Sozialschmerzer sind.

00:15:55: Und das verletzt mit Sicherheit sehr viele Menschen.

00:15:57: vor allem Verletzten ist die türkischen Kollegen, die jeden Morgen ausstehen und zur Arbeit fahren.

00:16:02: Ganz ehrlich, das siehst du überall.

00:16:04: Die Türken sind also die türkische Wurzeln, haben eine türkischen Herkunft und da haben das richtige Arbeiter.

00:16:08: Die arbeiten richtig, die packen an, machen alles, tun alles.

00:16:12: dann auch noch ein Sozialschmauerrat zu sagen ist bisschen hart.

00:16:14: natürlich gibt es irgendwo welche die bestimmten Leistungen oder Hilfe Unterstützung brauchen als was anderes.

00:16:20: aber das heißt nicht direkt ein Sozial-Schmacherrat, das kannst du nicht so nehmen meister.

00:16:24: vor allem gibt es ja auch Menschen die gar nicht arbeiten können Kinder zum Beispiel Menschen die Kinder alleine erziehen, chronisch kranke und so weiter.

00:16:35: Das sind ja keine Sozialschmarotzer, das sind Menschen, die auf dieses Geld angewiesen sind wie jeder andere Mensch der in Deutschland auch lebt.

00:16:41: Das heißt da nicht nur weil sie jetzt eine Leistung oder eine Hilfe kriegen heißt es dann nicht dass sie ein Sozialschmarrotzer sind.

00:16:48: Die brauchen vielleicht Unterstützung damit ihren Kind groß zu sehen oder irgendwas ihnen anbieten zu können.

00:16:54: Und da sollte es auch egal sein, welche Wurzeln man hat oder welche Herkunft man vielleicht ursprünglich mal hatte.

00:16:58: Oder wo die Eltern herkommen – das ist dann ja völlig egal!

00:17:02: Aber was ist überhaupt ein Sozialschmarotzer?

00:17:05: Es gibt eine Definition nach einem Wörterbuch.

00:17:07: Sozialschmarrotser sind Personen, die als Arbeitsscheu gelten und unberechtigt staatliche Transferleistungen beziehen Also Menschen, die lieber Geld vom Staat in Form von zum Beispiel Bügergeld oder bald die sogenannte Grundversorgung erhalten anstatt ihren Lebensunterhalt eigenständig zu bestreiten.

00:17:26: Obwohl sie theoretisch dazu in der Lage

00:17:28: wären.".

00:17:28: So nennt man oder so werden Sozialschmaruza definiert?

00:17:31: Oft wird behauptet dass Ausländer unter anderem also auch Türken nur wegen den Sozialleistungen nach Deutschland kommen und jahrelang auch staatlicher Tasche leben.

00:17:40: Es mag durchaus sein das es Menschen gibt, die dieses System ausnutzen Deutsche und auch andere Kulturen, also wir müssen uns hier natürlich auch das große Ganze anschauen.

00:17:49: Denn nur Transferleistungen zu untersuchen bei denen derzeitig drei Millionen Türken wäre viel zu einseitig.

00:17:56: Was machen die Türken hier wirklich?

00:17:57: Wird gearbeitet oder wird nur auf Tasche gelegen?

00:18:01: Lass uns das mal anschauen!

00:18:02: Also direkt das erste Stichwort Erwerbsbeteiligung.

00:18:05: Eine Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge untersuchte türkeistämige Personen hinsichtlich dem Stand ihrer Integration.

00:18:15: Die Studie ist von den Schornotes.

00:18:18: Hier werden Personen mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit miteinander verglichen.

00:18:23: Dabei wird auch der Stand der Integration im Bezug zum Arbeitsmarkt analysiert.

00:18:28: Hier wurde festgestellt, dass die Erwerbstätigkeit der türkischstämmigen Männer bei knapp in beiden Generationen, in der ersten und in der zweiten Generation.

00:18:38: Diese Quote ist ungefähr so hoch wie der bundesweite Durchschnitt.

00:18:42: also es gibt eigentlich keinen wirklichen Unterschied zwischen deutschstämmigen und türkischstämmigemännern die arbeiten von der Zahl her.

00:18:48: Kann ich mir auch gut vorstellen?

00:18:49: Ja ich mehr auch!

00:18:50: Bei den türkischtämmigen Frauen sind es in Anführungszeichen nur knapp vierzig Prozent die erwerbstätig sind.

00:18:57: das liegt unter dem Bundesweitendurchschnitt, wobei es einen großen Sprung der erwerbstätigen Frauen zwischen der Ersten und der zweiten Generation gab.

00:19:06: Also mehr als fünfzig Prozent der türkischstämmigen Frauen sind erwärbstätig in der Zweiten Generation.

00:19:12: In der ersten Generation wurde damals nicht mal die Vierzig-Prozent-Marke erreicht.

00:19:16: also hier liegt das natürlich auch am niedrigen Bildungsniveau der türköstemmigen Frauen der ersten generationen und der Rolle als Hausfrau und Mutter.

00:19:24: Das muss man durch Beachten.

00:19:26: Rund fünfzehn Prozent der Befragten gaben in dieser Studie an, ihr Einkommen aus ALG II zu beziehen.

00:19:32: Also damals hieß das noch so?

00:19:34: Mehr als siebzig Prozent gaben dabei an, ihre Einkommen von einer Erwebstätigkeit zu beziehen.

00:19:39: Das ist ja schon, ich würde sagen eine große Zahl, ne?

00:19:42: Seventy Prozent!

00:19:43: Wenn wir das jetzt mal runterbrechen würden auf die Bevölkerung in Deutschland ... kämen wir, laut meinen Berechnungen auf etwa ... Das ist ziemlich wenig.

00:20:00: Ziemlich wenig!

00:20:02: Und dazu gehören auch alleinerziehende chronisch kranke Aufstocker usw.

00:20:07: Also nicht nur Personen, die das beziehen ohne vielleicht noch nebenbei arbeiten zu müssen oder zu gehen weil es Geld nicht reicht.

00:20:14: Oder ich meine Kehrarbeit ist auch eine Arbeit wenn man sich um Kinder kümmern muss und wenn man chronisch krank ist kann man halt einfach nicht arbeiten.

00:20:21: hier sind auch nur Personen zwischen sechs und fünf sechzig Jahren genannt also keine Rentner.

00:20:26: Und was ziehen wir daraus?

00:20:27: Ja es gibt viele Türken die Sozialleistung beziehen aber wir müssen ja auch mal schauen woran das überhaupt liegt.

00:20:33: Die Gastarbeiter denen in sechziger jahren herkamen hatten oft keine entsprechenden Qualifikationen oder Abschlüsse.

00:20:40: Sie wurden ja auch eigentlich ihr hergerufen, um in der Industrie zu arbeiten.

00:20:43: Zum Beispiel haben sie auf dem Bau unter Tage zum Beispiel hier im Werkbau bei uns in NRW gearbeitet oder als Reinigungskräfte und den anderen Berufen, in denen die Deutschen nicht so gerne arbeiten wollten mit einfach dort wo es viel Arbeit gab und man die Menschen diese Arbeit verrichten sollten nicht heranschaffen konnte.

00:21:02: Zu der Zeit fehlt es einfach enorm an Arbeitskräften.

00:21:05: Man brauchte Menschen, die diese Arbeit verrichten müssen.

00:21:08: Viele dieser Arbeiten fielen jedoch dann über die Jahre durch Strukturwandel wie das Zechensterben oder der Automatisierung weg.

00:21:16: Als die Gastarbeiter kamen haben sie gearbeitet und teilweise ihre Jobs dann durch diesen Strukturvangel verloren.

00:21:23: Die Arbeit, die hier von den Gastarbeitern durchgeführt wurde konnten sie dann teilweise ja gar nicht mehr ausüben weil es diese Arbeit einfach nicht mehr gab.

00:21:31: Oder wenn es keine Arbeit mehr in der Zeche gibt oder viele Arbeiten durch Automatisierung ersetzt worden sind, dann fliehen diese Arbeitsplätze weg.

00:21:40: Genau,

00:21:40: mussten die was anderes suchen und das war halt nicht deren Qualifikation?

00:21:45: Genau!

00:21:46: Weil diese Menschen ja auch oft von Dörfern oder Städten kamen, in denen sie halt gar nicht die Möglichkeit zur Bildung hatten.

00:21:53: Hier halt einfach keinen Beruf oder keinen anerkannten Beruf hatten, aber da es einen Qualifikation fehlte oder Bildungsabschlüsse hier nicht anerkannt wurden, kamen diese Menschen auch schwer in andere Jobs ran.

00:22:03: Ein wichtiger Faktor neben den fehlenden oder nicht anerkannten Abschlüssen war dann die Isolation während der Zeit als Gastarbeiter.

00:22:11: Viele Menschen werden in Sammelunterkünften untergebracht, abgeschieden von der deutschen Gesellschaft und waren nur unter sich.

00:22:18: Eine Teilhabe in Deutschland war somit eigentlich nicht wirklich vorgesehen.

00:22:22: Die Sprache zu lernen, war damit auch voll schwer.

00:22:25: Es gab keinen Austausch mit den Deutschen Sprachkose wurden nicht angeboten.

00:22:29: Andere Integrationsangebote gab es auch nicht.

00:22:31: Alice Papa hat so zum Beispiel Deutsch gelernt auf dem Bau.

00:22:35: Deswegen verstehe ich nicht warum heute noch viele sich wundern Warum die Türken immer im Cafés zusammensetzen.

00:22:40: Ja weil das früher schon so war.

00:22:42: Die waren immer nur unter sich Die wurden nie eingeladen Fremde, und das waren nur Arbeiter.

00:22:49: Die gehen sowieso irgendwann...

00:22:51: Die Frauen, die nach oder mitgekommen sind und nicht gearbeitet haben, hatten es dann noch viel schwerer.

00:22:57: Ja klar!

00:22:58: Die Frauen waren ja meistens Hausfrauen im Mittag, die waren da viel zu Hause... Und die hatten gar keinen Anschluss an die Gesellschaft weil sie ja gar nicht arbeiten gegangen sind, haben sie auch keinen Austausch mit deutschen Frauen- oder deutschen Männern gehabt.

00:23:09: Genau

00:23:09: nur unter sich?

00:23:10: Nur unter sich genau und damit lernst du die Sprache ja auch einfach nicht.

00:23:13: das ist ja ganz klar und auch die deutsche Kultur lernen wir damit hier auch gar nicht richtig kennen.

00:23:18: Nach dem Anwerbestopp, in der die türkische Gesellschaft dann erst mal sichtbar geworden ist.

00:23:24: Viele möchten nicht zurück in die Heimat, denn sie haben sich hier bereits etwas aufgebaut eine neue Heimat gefunden, möchten die Sicherheit in Anspruch nehmen und wollten dann gerne hier bleiben – in Deutschland.

00:23:35: Somit eröffneten Sie Kioske, kleine Läden, Restaurants und versuchten sich auf den Arbeitsmarkt zu etablieren.

00:23:41: Und diese Kinder dieser Generation müssen natürlich auch zur Schule gehen!

00:23:45: Die deutsche Staatsbürgerschaft hat dann die nächste Generation auch nicht einfach so bekommen, dass man die Doppelte bekam.

00:23:51: Das wurde erst zweitausend eingeführt.

00:23:53: Dein Jungser Bruder hatte ja die doppelte Staatsbürgerschaft

00:23:56: bekommen

00:23:56: weil er zwei tausend geboren

00:23:57: ist?

00:23:57: Bei mir war das nicht so.

00:23:58: ich habe nur eine gehabt.

00:23:59: Ich hatte nur die türkische Stadtwürfel meine Eltern beide türkisch waren und ich hab dann später halt.

00:24:06: wo ich dann erwachsen war sag ich mal habe ich dann selber beantragt um die deutschen... Dann hab' ich die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen.

00:24:12: halt

00:24:13: Genau aber auch nur auf Antrag halt.

00:24:15: Durch diese vielen Faktoren ist leider auch viel Diskriminierung und Rassismus entstanden.

00:24:19: Plötzlich waren er diese Menschen, die eigentlich doch nur hier arbeiten sollten Teil der Gesellschaft mit anderen kulturellen Werten schlechten Deutschkenntnissen in die Wohnraum benötigten.

00:24:30: Und dann auch noch Menschen, wie gerne Kinder bekamen und nun mal aus vielerlei Gründen auf Transferleistungen angewiesen sein könnten sowie Menschen mit anderen Herkünften.

00:24:39: ja eben auch ich glaube dass dadurch auch einmal das Vorurteil der Soziaschmarotzer verschärft wurde.

00:24:45: Dadurch, dass Menschen, wenn die ihre Jobs dann hier verloren haben und darauf angewiesen waren, Transferleistung zu erhalten als Soziarschmarotser abgestempelt wurden.

00:24:53: Dann war ich ja auch mal in Soziatschmarotzern weil ich ja mal für ein paar Monate arbeitslos war...

00:24:58: Ja!

00:24:59: ...und hab Arbeitslosengeld

00:25:00: bekommen.

00:25:01: Da hast du aber wirklich das Vor-Urteil im Klischee erfüllt, dass Du Sozialschm.. Und Türke bist auch noch?

00:25:07: Ja genau oben drauf

00:25:08: Aber dafür hast du ja auch viele Monate vorher oder Jahre, Jahre vorher hast Du ja natürlich in diesen

00:25:16: Stapf eingeteilt.

00:25:18: Da war ich bestimmt der Deutsche weil ich ja gearbeitet habe und dann war ich Arbeitslos, dann bin ich auch von meinem Türkei wieder geworden denke ich mal für viele.

00:25:25: Es gibt natürlich Leistungsbezieher klar wie bei allen anderen Herkunftsländern aber diese Zahl wird so aufgebaut Und wir können jetzt auch nachvollziehen wie es dazu kommt dass türkischstämmige Menschen überhaupt staatliche Leistungen beanspruchen müssen.

00:25:38: Und das, obwohl sie zum Arbeiten hierher bestellt wurden – das finde ich ja noch viel beeindruckender.

00:25:44: Das Menschen die zum Arbeiten hergekommen sind und nicht hier gearbeitet haben in Deutschland, die Arbeit verrichtet haben, die die Deutschen nicht machen wollten oder weil es einfach so wenig Arbeitskräfte gab dann nachher als Jahrzehnte später als Soziaschmoretser bezeichnet werden….

00:25:59: Das ist ja schon eine Leistung, ne?

00:26:01: Es gibt bestimmt welche die Soziaschmarrutzer sind.

00:26:05: Aber man darf nicht vergessen... Man darf nicht alle mit einen Kamm kehren.

00:26:11: Man sollte nicht allen mit einem Kamm scheren.

00:26:18: Nicht alle unter einem Teppich kehren!

00:26:20: Ich bin mir sicher dass wir hier ein Wandel erfahren werden.

00:26:23: Die zweite Generation hat hier natürlich Ganz andere Voraussetzungen.

00:26:27: Sie sprechen die Sprache, sie können Deutschland ihre Abschlüsse machen und ein Beruf erlernen oder studieren Und die dritte Generation profitiert selbstverständlich davon.

00:26:36: Also zum Beispiel wenn du jetzt Kinder hättest Adi deine Kinder würden extrem davon profitieren.

00:26:41: Ja da ist es ja.

00:26:42: also ich habe auch mein Abschluss gemacht Ich bin zur Schule gegangen hab ja bisschen die deutsche Sprache gelernt

00:26:51: Du kennst die deutsche Kultur, die deutschen Werte und die vermittelst du dann ja auch.

00:26:54: Genau!

00:26:55: Genauso handel ich es auch und ich verhalte mich auch so und ich versuche mich anzupassen und ich denke ich bin gut dabei.

00:27:02: Würde ich jetzt auch sagen?

00:27:04: Ich darf nur nicht arbeitslos sein sonst bin ich wieder so zerstört.

00:27:07: Also natürlich hatten auch die Kinder der ersten Generation hier enormen Probleme.

00:27:12: Die Eltern der zweiten Generation kannten sich mit dem Schulsystem gar nicht aus Und wir wissen ja, Bildung ist Macht und super wichtig.

00:27:19: Aber wenn man sich nicht auskennt weiß man auch nicht worauf man als Eltern achten muss und wie man sich darum kümmern muss.

00:27:25: Bei dir war das ja auch so.

00:27:26: deine Eltern waren hier in Deutschland als diese Generation doch jetzt mal?

00:27:31: Mhm.

00:27:32: Und

00:27:32: wussten nicht bei euch worauf sie achten müssen was der Schulsystem angeht?

00:27:36: Ja weil Sie selber das ja nicht gelernt oder gesehen haben konnten die auch nicht viel helfen sagen wir mal so ne weil meine Eltern halt selber nicht so fließend deutsch sprechen konnten, konnten die mir auch bei gewissen Schul-Sachen auch nicht weiterhelfen.

00:27:52: Ich musste irgendwie selber klarkommen.

00:27:54: Aber die kann noch die Möglichkeiten ja gar nicht, die es für

00:27:56: dich gibt?

00:27:56: Genau das ist natürlich nicht.

00:27:57: aber man sieht ja heutzutage also in meiner Altersklasse oder von meinem Puder was wir erfolgreichen Menschen es gibt, die türkisch ständig sind und deswegen denke ich mal deren Eltern konnten vielleicht auch nicht superfließend Deutsch.

00:28:13: Aber da sieht man auch den Wandel mit den Generationen, das natürlich schön ist.

00:28:19: Jetzt kommt noch der Alltagsrassismus dazu.

00:28:22: Wird von Kindern und Migranten ein schwächeres Niveau in der Schule durch Lehrer erwartet?

00:28:27: Sind diese Menschen ohnehin mehr Diskriminierung ausgesetzt?

00:28:30: Das sind ja alles Fragen, die man sich oft stellt.

00:28:34: Bleiben ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt kleiner, weil eine deutsche Arbeitskraft einer türkischen vorgezogen wird?

00:28:40: Das ist glaub ich nicht mehr so groß der Fall.

00:28:43: Auch mit den Lehrern, auch mit dem Arbeitsmarkt.

00:28:46: Es ist jetzt schon länger, dass sich besser geworden ist.

00:28:51: Okay

00:28:51: das ist sehr gut!

00:28:52: Also müssen die Kinder, also unsere Kinder müssten sich jetzt keine Gedanken machen.

00:28:56: Nein das nicht aber man müsste trotzdem aufpassen.

00:28:59: also wie soll ich dir das sagen?

00:29:00: Also nicht falsch verstehen!

00:29:01: Unsere Kinder oder Kinder von meinem Bruder oder von Verwandten Wie viele das auch natürlich machen Nicht vergessen wo deine Wurzeln sind dass sie wenigstens Zwei Sprache aufwachsen, das muss natürlich jede Familie selber wissen.

00:29:15: Ob er jetzt nur Türkisch lernt, dein Kind

00:29:18: oder... Das ist überschlecht, ne?

00:29:19: Wenn es in Deutschland jeden Türkisch kann!

00:29:21: Nein, nein ich meine jetzt nur die deutsche Sprache und dann überhaupt kein Wort Türkisch.

00:29:25: Da muss ja jeder selber wissen.

00:29:26: aber ich denke dass selber jetzt so

00:29:28: Ich

00:29:29: würde beide Sprachen beibringen versuchen zumindest damit halt zwei Sprach aufgewachsen wird.

00:29:35: Jede Sprache ist ein

00:29:36: Bereicherung

00:29:37: Genau eine Bereicherung.

00:29:38: da ist sehr wichtig

00:29:39: Ja, und fühlt sich diese Generation dann nicht auch immer irgendwie noch ausgegrenzt oder heimatlos?

00:29:44: Ohne eigene eindeutige Identität.

00:29:46: Ich weiß ja nicht wie es bei dir ist.

00:29:48: für dich ist deine Identität ja auch mal zwischen deutsch und türkisch.

00:29:51: aber unsere Kinder was meinst du die?

00:29:52: würden sie sich fühlen?

00:29:53: der deutsch der türkische

00:29:55: kommt auf die Eltern auch an wie du sie hat groß ist.

00:29:59: ich denke ma.

00:30:00: Also ich denke immer, da wo ich arbeite.

00:30:02: Da wo ich lebe... Da wo mein Magen voll kriege, das ist in erster, die mir meine erste Heimat ist einfach so.

00:30:08: Natürlich sind meine Wurzeln Türkei Ich liebe die Türkeis was anderes.

00:30:12: aber natürlich ist Deutschland auch meine Heimat Darf ich nicht vergessen und das wird glaube ich bei den Kindern nicht anders sein.

00:30:17: Die würden bestimmt dann sagen natürlich liebe ich auch die Türkee Aber ich leber hier und...

00:30:21: Menschenhause?

00:30:22: Meine Wurzelen sind eigentlich

00:30:24: die türkische.

00:30:25: Wenn ich eine Türkein jetzt leben würde als deutscher Staatsbürger, sage ich mal.

00:30:29: Ich bin jetzt kein Ali sondern ein Alex oder so.

00:30:33: Wenn ich in der Türkei lebe dort mein Geld verdiene, dort meine Steueranzahle dann würde ich sagen die Türkeis... ich bin zwar meiner Wutz und zwar Deutsch aber ich lebe hier, ich wohne hier also ist das auch meine Heimat.

00:30:45: Ich werde auch dort satt.

00:30:46: da ist das wichtig.

00:30:46: halt erstmal.

00:30:47: Vor guterst

00:30:47: du dass du das auch mal umdrehst immer von anderen Seite zeigst ne?

00:30:50: So muss es sein!

00:30:51: Also so denke ich natürlich Es gibt bestimmt jede Menge Menschen, die das nicht so denken.

00:30:57: Jeder kann der selber entscheiden.

00:30:58: Aber für mich ist es ... Ich denke da so...

00:31:01: Ja, wir nehmen alle auf dieser Welt?

00:31:03: Genau!

00:31:03: Auf

00:31:03: welchem Teil wir jetzt gerade leben?

00:31:04: Ist ja eigentlich dann egal.

00:31:05: Also

00:31:06: jeder kann ... Kann das so machen oder sich vorstellen, wie ihr das möchtet.

00:31:10: Aber ich denke halt, dass es für mich so richtig

00:31:14: ist.".

00:31:14: Ja die eigene türkische Kultur zu erhalten und dabei Deutsch zu sein, ist ein Spagat, den man irgendwie bewältigen muss.

00:31:20: Wie ist das bei dir Ali?

00:31:22: Dein Arbeitsleben, wie ist das mit deinen Verwandten?

00:31:24: Musst du viel Errassismus erfahren, musst du viel Rassismus auf der Arbeit erfahren... Du hast ja gerade schon gesagt am Anfang das so

00:31:30: ne?

00:31:30: Indirekt!

00:31:31: Ich hatte natürlich auch paar Vorfälle gehabt in meinen alten ... Arbeitgeber, also nicht von meinen Arbeitgebern aus sondern vom Arbeitskollegen aus.

00:31:39: Wenn man da halt so Nachrichten liest Ahmet oder Ali oder Hassan hat was bei sich ein Kiosk ausgeraubt oder jemanden zusammengeschlagen dann hieß sofort Boah die Türken sind zu schlimm!

00:31:51: Oder was soll das denn schon wieder die Ausländer?

00:31:54: Ja aber wenn einen Stefan oder ein Alex sowas macht wird das nicht so groß aufgemacht.

00:32:00: Ja,

00:32:00: die Ausländerkarte wird dann natürlich nicht

00:32:03: gespielt?

00:32:03: Genau und deswegen war das so.

00:32:05: weißt du wo ich denn auch verarbeitet habe?

00:32:06: wir haben Pause gemacht.

00:32:07: da kam die schöne Zeitung will ich jetzt kein Namen nennen die sehr bekannt ist versteht dann oh Ali hat Schlägerei verursacht boah.

00:32:16: dann kam von meinen Arbeitskollegen die Türken ich sei zu schlimm Jedes mal mein Mund zugemacht, weil ich wollte nicht in die Diskussion rein.

00:32:24: Aber dann irgendwann uttert immer mehr, immer mehr... Dann hab' ich da weiß was... Ey warum?

00:32:28: Immer die Türken!

00:32:29: Nur weil der jetzt Ali heißt.

00:32:30: oder warum immer die

00:32:31: Ausländer?!

00:32:32: Warum liest du genau nur diese Artikel und die anderen Artikel über Fliegse?

00:32:36: Das ist natürlich.... Wichtiger.

00:32:37: Mir passiert, und deswegen sage ich das jetzt so.

00:32:40: Also heute ist es weniger geworden?

00:32:42: Okay wir arbeiten auch an einem Ort wo das nicht akzeptiert

00:32:45: wird.

00:32:45: In der jetzigen Arbeitsbranche oder wo ich bin, ist das nicht der Fall habe ich bis jetzt noch nie gehört aber vielleicht gibt's ja noch irgendwelche Leute die auf der Arbeit immer noch Probleme haben.

00:32:56: Es gibt bestimmt warum nicht.

00:32:57: wenn ihr solche Probleme oder natürlich solche Vorfälle in euren Arbeitsumfeld oder im Freundeskreis oder irgendwas habt könnt ihr uns natürlich gerne anschreiben uns eine Sprachnachricht zu senden, wir können dann vielleicht mit euch darüber reden.

00:33:23: Es ist auch ein sehr komplexes Thema, in dem viele Faktoren einfließen.

00:33:38: Wie nehmen wir die Türken in Deutschland wahr?

00:33:40: Vielleicht kann jeder mal ein bisschen selber reflektieren und sich das mal überlegen – und auch das berücksichtigen was der Ali hier erzählt hat!

00:33:47: Ja, wir können das Vorurteil auf jeden Fall absägen, würde ich sagen.

00:33:49: Türken sind keine Soziaschmarotzer sondern Menschen mit einer Migrationsgeschichte, die sich hierüber die Generationen hinweg stark entwickelt haben und noch weiter entwickeln werden.

00:33:59: Der Ali versucht das jetzt mal ganz kurz um knapp auf Türkisch zu übersetzen, wenn ihr das nicht hören wollt dann skipt ihr ein paar Sekunden.

00:34:13: Ich

00:34:30: würde sagen, wir skippen diese Woche unsere Lieblingskategorie Ali den Kulturschock.

00:34:35: Weil jetzt gleich noch eine etwas längere Kategorie folgt die türkische Geschichte und sonst überspannt diese Folge auch ein bisschen in den Zeitbogen

00:34:43: oder?

00:34:44: Okay also kein Thema Machen wir dann beim nächsten.

00:34:48: Am nächsten machen wir richtig einen raus.

00:34:49: Ja, hauen wir den richtig raus!

00:34:51: Wird auch was Schönes sein?

00:34:52: Das wird euch auf jeden Fall gefallen.

00:34:54: Ich hoffe ihr seid jetzt nicht enttäuscht dass es diese Woche keinen Kulturshop

00:34:57: gibt.

00:34:58: Nein weil unsere Geschichte ist

00:35:00: sehr wichtig

00:35:02: und diese Kategorie freut euch auf jedem fall.

00:35:05: Die sollst du dir nicht skippen.

00:35:07: Nein da müsst ihr auf jedenfall reinhören weil das ist sehr interessant und sehr gut.

00:35:19: Genau, dann kommen wir nämlich jetzt zur Kategorie Ein Hauch von Geschichte.

00:35:23: Jede Woche gibt es einen türkischen Geschichtsfakt oder Kontext.

00:35:27: Diese Woche wird es aber noch viel interessanter

00:35:30: für euch!

00:35:31: Als die Gastarbeiter aus Türkei in den Sechziger und Siebziger Jahren durch das Anwerbeabkommen nach Deutschland einreisen, eröffnete sich für die Türken eine neue Chance – eine Chance auf ein gutes Einkommen vielleicht auch auf ein besseres Leben.

00:35:45: Die Migrationsziele waren zahlreich.

00:35:48: An erster Stelle wollten die türkischen Gastarbeiter Geld ansparen.

00:35:51: Durch die schlechte wirtschaftliche Lage in der Türkei erhofften sich die Türken, in Deutschland die Möglichkeit ein regelmäßiges und gutes Einkommen zu erzielen.

00:36:00: Nicht ganz unabhängig vom Einkommen steht bei den türkischen Migranten dieser Zeit die Absicherung der eigenen Zukunft und die der Familienvordergrund.

00:36:08: Durch eine Arbeit in Deutschland haben sich ganz neue Perspektiven eröffnet, und diese Perspektive konnten auch die Kinder der Gastarbeiter nutzen.

00:36:17: Heute haben wir Resul zu uns nach Hause eingeladen.

00:36:20: Resul ist Alice Onkelmütterlicherseits

00:36:23: Also

00:36:23: mein Daje!

00:36:24: also der Bruder von Alice Anne.

00:36:26: Er lebt nur wenige Autominuten von uns entfernt und hat sich auf den Weg gemacht, mit uns über sein Leben als ein Kindergastarbeiter zu sprechen.

00:36:34: Wir haben einen Kuchen gebacken und zusammen mit Resul sitzen wir jetzt mit einer dampfenden Tasse Kaffee an unserem Ess-Tisch in der Küche.

00:36:40: Resul ist heute ein sechzig Jahre alt und lebt seit seinem achten Lebensjahr in Deutschland.

00:36:45: Sein Werdegang ist nicht ganz üblich!

00:36:48: Hallo ich habe noch eine ganz wichtige Info für euch und zwar bin ich keine Journalistin.

00:37:21: Ja, mein Name ist...

00:37:38: Am Anfang unseres Gespräches haben Daio nicht uns erst mal unterhalten.

00:37:42: Ich wollte einfach, dass Daio ein bisschen von seiner Kindheit erzielt und damit wir ganz locker in unser Gespräch reinkommen.

00:37:49: Du hast gesagt, du lebst aber seit deinem achten Lebensjahr in Deutschland?

00:37:53: Ja mit acht Jahren bin ich hier rübergekommen.

00:37:56: Und dann habe ich ja meinen Kind halt... Hier bin ich aufgewachsen, ehrlich gesagt.

00:38:00: Als erstes habe ich jetzt mal gedacht, Joa!

00:38:03: Deutschland, da hast du nur die paar Wörter verstanden, ne?

00:38:06: Ja, nein.

00:38:07: Und natürlich wird man als erstes lernt sind die Schimpfwörtern.

00:38:11: Und immer wenn wir mal so... Na wie soll ich sagen Verstecken gespielt haben.

00:38:17: Wenn mir gepasst hat, habe ich ja gesagt, wenn mir nicht gepasst ist, dann haben die mir ein Handzeichen gegeben.

00:38:24: Ah ja?

00:38:24: Da wusste ich, dass man Versteckenspielen wollte und so habe ich dann Deutsch gelernt.

00:38:31: Nach einem Jahr konnte ich auch als Dolmetscher mit meinem Eltern mal zum Behörde gehen und damit ich den Deutsch übersetzen kann.

00:38:38: Sonst anders ging es ja nicht mehr.

00:38:40: Ja also das war auch deine Aufgabe?

00:38:41: Klar

00:38:42: klar klar.

00:38:42: nach einem Jahr Also nicht perfekt, aber sehr gut Deutsch.

00:38:48: Und dann fängt heran an Freunde und Schule.

00:38:55: Als ich von der Türkei kam, war ich erstmal in der türkischen Klasse.

00:39:00: Und nach dem vierten bin ich dann im Rubau zur deutschen Schule gekommen.

00:39:05: Da habe ich jetzt mal richtig Deutsch gelernt zu uns schreiben und lesen.

00:39:10: Dann ging das Leben weiter natürlich.

00:39:14: Fußball gespielt, ich hab viele Freunde kennengelernt dadurch.

00:39:21: Und so habe ich mein Kindheit und mein Jugend ...

00:39:23: Mit acht ist ja schon sehr früh?

00:39:25: Ich bin schon über fünfzig Jahre in Deutschland natürlich.

00:39:29: Das ist eine sehr lange Zeit!

00:39:30: Man hört das auch an deiner Aussprache und deinem Slang.

00:39:35: Du hast aber immer am Ruhrpott gelebt.

00:39:37: Ja richtig nur.

00:39:39: Solange bin ich hier, ist es bei mir.

00:39:42: Ich bin hier geblieben, Voltau eigentlich gar nicht weg.

00:39:45: Ja und mein Geschwistern waren hier und alles kommen dran und dann ... Dann hab ich meine Arbeit hier, ne?

00:39:52: Da hab' ich angefangen mit siebzehn-undhalb Jahre.

00:39:55: Also erst habe ich mal nach der Schule natürlich Abgangsfeuchten ist.

00:40:00: Nach der Schule bin ich dann wo seine Eltern gearbeitet haben, haben die uns da hingeschrieben, Statisten oder Mannesmann?

00:40:05: Also es gab nur die beiden Optionen?

00:40:07: Ja genau!

00:40:08: Mein Vater arbeitete damals ja bei Mannesman.

00:40:12: Dann haben wir uns nach der Schule erst mal so eine ein Jahr Viertel-Ehrgang gemacht.

00:40:16: Und danach sind wir dann in Betrieben, haben angefangen zu arbeiten mit siebzehn halberbieg angefangen zur

00:40:22: Arbeit.

00:40:23: Sehr früh ne?

00:40:24: Ja sehr früh ja natürlich!

00:40:25: Hast

00:40:26: du dich bereit gefühlt mit siebenzehnten schon zu arbeiten?

00:40:27: Ja natürlich natürlich.

00:40:29: also war ja die Zeit, da fingen die Jugend ja richtig an ging ja nie anders und irgendwie haste Lehre gemacht wollte ich durfte ich auch nicht, von meinen Eltern aus natürlich.

00:40:41: Damals zählte nur Geld verdienen, weil überall war ja Arbeit genug da!

00:40:46: Also zu der Zeit gab es

00:40:47: schon genügend Arbeitnummerntöne?

00:40:49: Genau, genau, genau... Nicht wie du jetzt gezeiht natürlich,

00:40:52: ne?!

00:40:52: Du

00:40:52: bist in nineteen-seizig geboren und das war dann Anfang der siebziger Jahre

00:40:56: als du

00:40:57: hier hingekommen

00:40:58: bist?

00:40:58: Ich bin nach Deutschland gekommen und dann ist es so gewesen dass ich dann also nach dem Förderlehrgang zweiundachzig angefangen habe.

00:41:07: Erste, neunten, zweieinachtzig habe ich dann in Betrieb angefangen.

00:41:10: Da war die ersten sechs Monate, die ich dann aber nicht die volle Stunde umgekriegt habe, weil ich noch nie achtzehn war.

00:41:18: Ach so und da war das früher so?

00:41:20: Also war das generell so oder ...

00:41:21: Nein, nein, ja war es so, war so also... Dann hab' ich gewartet wie sie meine achtzehnten Lebensjahre.

00:41:25: Auch nicht

00:41:26: so nett hier.

00:41:27: Ja, aber so bin ich auch da reingekommen, bis ihr auch.

00:41:31: dann erfährst ihr alles, dann lernt's ihr auch alles!

00:41:36: Und das war gut, also danach habe ich dann alles mögliche Tage gemacht natürlich.

00:41:42: Mich hat es natürlich interessiert wie Daes erster Tag in Deutschland war und ob er sich überhaupt daran erinnern kann und an was er sich erinneren kann als er das erste Mal deutschen Grund betreten hat.

00:41:54: Kannst du dich noch daran erinnern wie du nach Deutschland gekommen bist?

00:41:56: Kannst nicht nur an den ersten Tagen erinnernd in Deutschland?

00:41:58: Aber natürlich!

00:41:59: Das Problem ist ja früher noch ein Flughafen in Istanbul.

00:42:02: Da gab es ja nicht jede Städte so was, und Großstädte gab's noch im Flughafen.

00:42:07: Wir mussten erst mal von uns aus, neunundneunundfünfzehn Kilometer bis zum ersten Mal mit dem Bus fahren.

00:42:13: Und dann war sie wieder zehn, elf Stunden unterwegs.

00:42:16: Dann bist du in den Flughaften gekommen und dann erstmal guckst du erst mal das Kind einfach um.

00:42:21: Du kommst vom Dorf und du siehst die Städten und was da alles leuchtet sind die Lichter und alles Mögliche.

00:42:28: Ja, dann sind wir am Flughafen irgendwie durchgekommen und im Flugzeug.

00:42:32: Ihr kennt das ja?

00:42:34: Gibt es bei uns ja Blumtskloos.

00:42:36: Im Flugzeug kennst du das nicht.

00:42:38: Dann bin ich immer auf die Toilette gegangen.

00:42:39: Ich hab mich da drauf gestellt natürlich.

00:42:44: Wie wir zum Blummsklo hin hocken.

00:42:47: So habe ich mich dann auf den Dings draufgestellt.

00:42:50: Kennt man nichts anderes.

00:42:52: Danach ist das ... Wo wir hier gelandet sind war so schön!

00:42:56: Steigst aus, bling-bling-bling.

00:42:58: Alles blinkt zum Auto und dann hast du die Straßenleuchtung ... Das war ein Erlebnis, wo du gesagt hast, du bist vom Wald irgendwo gelandet.

00:43:10: Dann bin ich hier erst mal

00:43:13: angekommen.".

00:43:14: Resuseltern haben ihm nicht erzählt, dass sie für immer in Deutschland leben werden.

00:43:18: Resul musste das erstmal nicht.

00:43:20: Er dachte, die machen einen schönen Urlaub in Deutschland!

00:43:23: Außerdem hat Resul sein Papa wirklich lange nicht gesehen.

00:43:26: Manchmal nur einmal im Jahr oder alle zwei Jahre.

00:43:30: Resul erzählt auch, wie sein Baba überhaupt nach Deutschland gefahren ist?

00:43:34: Ja, gefahren!

00:43:35: Nicht geflogen.

00:43:36: und auf was sich Resul am meisten gefreut hat wenn sein Baba ihn besucht hat.

00:43:41: Was haben denn die Eltern dir gesagt als verstanden dass sie nach Deutschland geht?

00:43:45: Natürlich, wir waren happy.

00:43:48: Da haben die gesagt, vielleicht machen sie, dass die Papa uns holt.

00:43:51: Und wir haben immer darauf gewartet natürlich.

00:43:54: Mein Vater ist hier gekommen also als ich geboren wurde ist er erst mal nach Deutschland gekommen.

00:44:00: Das war ein sechziger Jahrgang.

00:44:02: dann ist der kurz nach meinem Geburtstag vielleicht weiß ist er nach Deutschland kommt zum Arbeiten.

00:44:08: Okay, also er war ein richtiger Gastarbeiter.

00:44:11: Richtig, richtiger Gasarbeiter mit einem Koffer und durch die Züge hier runtergefahren natürlich.

00:44:18: Wir haben das links gehabt, dass wir fliegen konnten aber die mussten damals stundenlang mit dem Zug hier runter.

00:44:26: Das ist dann natürlich ein langer Weg?

00:44:28: Ja

00:44:28: ja wo viele Arbeiter euch hier herunter gefahren sind anders ging ja nicht.

00:44:33: Das war früher so.

00:44:34: Und wie lange hast du deinen Papa dann nicht gesehen?

00:44:36: Wie lang war er nicht in der Türkei?

00:44:37: Er

00:44:37: kam mal alle zwei Jahre, manchmal jedes Jahr mal kurz, kurz zurück runter und so habe ich den gesehen.

00:44:44: Also auch nicht oft...

00:44:45: Nein, nein, nein!

00:44:46: Manchmal kamen die alle zwei jahre, manchmal kam der jedes Jahr kindheitmäßig als ja nicht viel mitgegeben, aber es ist ja noch klein natürlich.

00:44:54: Okay das ist natürlich Krass, wenn man seinen Elternteil fast gar nicht sieht oder ganz lange nicht sieht.

00:45:00: Also du hast gesagt, dass dein Papa ja voll lang und teilweise ja gar nicht da war?

00:45:04: Du hast ihn eigentlich ja nie richtig kennengelernt.

00:45:06: Ja

00:45:06: also vom Geburt dann und danach als ich drei war und vier war und dann hast du den mal richtig dann als Papa gesehen.

00:45:14: Du hast drauf gewartet, dass er kommt und dir vielleicht was mitbringt.

00:45:19: Das war ja früher so, da hast du mal etwas geschenkt gekriegt und dann war es sehr happy!

00:45:23: Was gabst du aus Deutschland?

00:45:24: Er hat dann Schuhe mitgebracht und eine Hose mitgebrochen und die Hose hatte ich nicht mehr ausgezogen.

00:45:32: Die Gute aus Deutschland?

00:45:34: Ja, genau.

00:45:35: Und die hast du gar nicht ausgezogen.

00:45:37: Du bist manchmal mit der Hose im Bett gegangen, weil du ihn nicht aussehen wolltest.

00:45:42: Weil das so ein wertvolles Geschenk

00:45:44: war?

00:45:44: Genau!

00:45:45: Wir waren happy und dann konntest du auch in den Dorf zeigen, dass du neue Klamotten hattest oder so.

00:45:50: Ist andere vielleicht da nicht tragen können?

00:45:51: Ja genauso ist es.

00:45:52: Das war ja so in den Dörfern damals die Zeit.

00:45:55: Da hat er dann eine Hose gehabt und wenn einer geheiratet aber... Klamotten gegeben haben, dazu Meiraten.

00:46:03: Das war früher so.

00:46:04: Dass man so untergetauscht hat?

00:46:06: Ja, genau so ist es.

00:46:07: Und wenn

00:46:07: Papa dann kam und was Tolles mitgebracht hatte ...

00:46:09: Dann war's so.

00:46:11: Klar war happy natürlich.

00:46:13: Aber

00:46:13: du hast ihn mit Sicherheit auch sehr vermisst in der Zeit, in der er dann

00:46:15: in Deutschland war?

00:46:16: Natürlich!

00:46:17: Der Papa ist in Deutschland.

00:46:19: Da hat sie die irgendwann mal mit abgefunden aber war nicht einfach am Anfang.

00:46:23: Wie war das für deine Mama?

00:46:24: Sie war ja auch alleine zu ziehen.

00:46:27: Sie hatte genug Stress mit den Mädels und uns natürlich.

00:46:31: Klar hat er ihn vermissen, dann hat er uns nicht gezeigt.

00:46:36: aber weil der immer sowieso runter rumtrummelt hatte... Kinder Schule, Essen, Weltmögliche, Gartenarbeit.

00:46:44: So wie Haselnuss-Plantagen die wir haben.

00:46:46: Die müssen vorbereitet werden dann musst du geflückt werden und alles.

00:46:49: das kam ja alles auf alles dazu natürlich.

00:46:52: Also deine Mauer musste Kinder erziehen und arbeiten?

00:46:55: Ja genau so ist es.

00:46:56: Die hat auch Kühe gehabt mit Melken, Futter geben da das nicht einfach gewesen für den Mann.

00:47:02: Wenn man jetzt guckt heute die Zeit ist halt so aus dem Augen aus im Sinn.

00:47:07: aber man muss mal sich mal sagen, wo komme ich her?

00:47:12: Wo gehe ich

00:47:13: hin?".

00:47:13: Die wissen gar nicht, wo sie hergekommen sind.

00:47:16: Die denken nicht, hier bin ich!

00:47:18: Aber es geht das Leben ja weiter.

00:47:20: Du musst auch mal wissen was du vorher gewesen bist.

00:47:23: Was deine Eltern und Zukunftsvorher war.

00:47:27: Wenn man jetzt älter wird, sagt man Haare... Das war mal eine schöne Zeit als Erinnerung.

00:47:31: Manche vergessen das ja auch.

00:47:33: Die haben auch keine Erinnerungen.

00:47:34: Wenn ich mal nachdenke, was mein Kindheit war und wieder Spaß hatten.

00:47:38: Und wenn man älter wird, dann kriegt man Kinder, ist feieratet, hat zwei Kinder.

00:47:44: Ich bin auch stolz darauf, dass ich die habe.

00:47:47: Jetzt hab' ich drei Enkelkinder!

00:47:49: Ja... Jetzt merk' ich, wenn ich die Kinder angucke und das sehe, wie soll ich sagen?

00:47:54: Älter werden.

00:47:57: Kinder wären groß und du denkst an ja, du bleibst so nicht stehen, der Zeit geht dir weiter.

00:48:03: Der Sprung aus der Türkei in Deutschland ist natürlich

00:48:06: enorm

00:48:06: gewesen?

00:48:07: Ja, genau.

00:48:08: Genau so war es.

00:48:09: Das ist ein ganz weiterer Sprung gewesen am Anfang bei uns jetzt.

00:48:13: Aber du hast dich ja gut eingefunden, hast du gesagt, in Deutschland war für dich auch gut?

00:48:17: Ja natürlich.

00:48:18: Ich habe mich dann natürlich angepasst versucht mich anzubassen.

00:48:22: Dann auch die Art und Weise wie man sich benehmt wie man das macht.

00:48:28: Jetzt ist ja so.

00:48:29: heutzutage bin ich zu den Deutschen hingegangen Und die haben mich gerufen.

00:48:35: Wir kommunizierten

00:48:37: miteinander.".

00:48:38: Riesol hat richtig schöne Erinnerungen an seine Kindheit und er weiß auch noch genau, als was seine Eltern gearbeitet haben.

00:48:44: Wenn du an deine Kindheit denkst hast so eine Situation wo du sagst da kann ich das ist ne richtig schöne erinnerung?

00:48:50: An die erinnere ich mich sehr gerne zurück.

00:48:53: Ja!

00:48:53: Das war so wenn wir...wenn die Eltern immer Maisfelder und sowas geplant hatten Und das war ja, wir waren ja klein.

00:49:03: Bei uns haben die hier nicht gesehen und wenn sie was gepflanzt haben Gurken oder Maisfelder... Wir haben gesagt, da oben fliegt der Flugzeug, haben wir die Arme ausgebreitet, dann sind wir in den Maisfeldern runtergeflogen und da haben wir viele Maisfelter kaputt gemacht natürlich.

00:49:20: Ja,

00:49:21: also du hast ja Freunde auch in der Türkei gehabt als Kind?

00:49:24: Ja natürlich.

00:49:25: Hast du dann heute noch... Also hast du irgendwann wieder Kontakt zu den Menschen gehabt

00:49:28: aus dem Dorf?

00:49:28: Ja ich hab jedes Jahr wenn ich in Mulaquan konnte und durfte und dann habe ich das ja auch nie besucht.

00:49:35: aber ich bin nach sechs, sieben Jahren nach Türkeil erst mal geflogen.

00:49:39: die sind alle ja groß geworden, die sehr gewachsen, ich war ja auch.

00:49:43: Ich hab meine von meinen Onkel, die Kinder hab' ich gar nicht erstmal erkannt.

00:49:47: wir sind an die Tür, aneinander vorbei gegangen Und danach habe ich jetzt erfahren, dass er da und der ist.

00:49:53: Weil lange Zeit nicht gesehen hat das.

00:49:56: Das war eine Sache wo man sagt Mann, man verändert sich schnell optisch auch natürlich.

00:50:03: Hast du dann auch viel Heimweh gehabt in die Türkei?

00:50:06: Also heimweh für die alte Heimat?

00:50:08: Nein eigentlich nicht.

00:50:10: weil ich als Kind hier hingekommen bin war das so, dass ich mich dann irgendwie angepasst habe.

00:50:15: Dass ich das heimgefühle, wenn die Eltern auch mal nach Türkei wollte und alles Mögliche besuchen kann.

00:50:22: Da gab's aber so viel?

00:50:25: Ja, hab' ich nicht gehabt!

00:50:27: Also du fandest es eigentlich gut, dass du hier bist?

00:50:29: Du warst ja auch wichtig als Kind schon dich zu integrieren?

00:50:32: Genau genau genau.

00:50:35: Vielleicht kannst du mir noch einmal erzählen wo du aufgewachsen bist in der Türkeis?

00:50:38: Das ist eine Schwarzmerküste heißt Gidasun Am Meer, und wir müssen noch ländlicher fahren.

00:50:46: Punachikurukö, da ist ungefähr von der Stadt an, ist ja ca.

00:50:51: um ca.

00:50:52: twenty-fünf Kilometer.

00:50:53: Früher bis hier immer, wenn du in der Stadt wolltest erst mal sieben Kilometer runterlaufen.

00:50:58: Und wenn du wieder nach Hause wolltest musst du zu seven Kilometern wieder hoch laufen.

00:51:02: Aber das ging ja nicht anders.

00:51:04: Wir haben keine Straßen gehabt damals.

00:51:06: Damals gab es keine Straßen, Also durch die Felder gegangen, damit du den Weg abkürzen kannst.

00:51:14: Damit du schneller da unten bist und zurück hast du versucht auch?

00:51:18: Dann beim Zurückgehen war das noch schlimmer.

00:51:19: Du hast ja eingekauft, musst du es auch noch schleppen!

00:51:22: Unsere Zeit war so... Dienstag war Markt in der Untenstadt.

00:51:28: Da sind wir nach der Schule, haben wir die Kontonisten nicht ausgeschmissen und dann sieben Kilometer runter gerannt.

00:51:34: Ja, Einkaufen sowohl.

00:51:37: Hast du deinen Schwager gesehen?

00:51:39: Dein Opa, dein Onkel.

00:51:41: Und die haben dir immer... Da war ein bisschen was gegeben, da hast du eingekauft und Brot gekauft oder Plätzchen.

00:51:48: Wir müssen ja auch damals von der Mais zum Müllen, müssen wir die Maislinger in eine Säcke tragen.

00:51:56: Das war eure

00:51:56: Aufgabe?

00:51:57: Ja!

00:51:58: Ich hab das als Kind, weil ich da neu ging.

00:52:00: Die anderen haben das ja gemacht.

00:52:01: Manchmal hat man das mit den Pferden geschickt Geholt, da gab es nur Pferde, die transportiert haben.

00:52:07: Anders ging ja gar nicht.

00:52:08: Konnte nicht die hundert Kilo Säcke.

00:52:10: Wenn er fertig war, dann haben wir gesagt und den Berg wieder hoch.

00:52:14: Und das war dann quasi euer Einkommen?

00:52:16: Also euer Lebensmittel?

00:52:17: Ja klar, viele Lebensmittel im Dorf haben die selber gepflanzt und dadurch haben sie auch zu essen gehabt.

00:52:25: Brot gab's, Maisbrot alles selber gemacht natürlich.

00:52:29: Das war auch das, wovon ihr euch hauptsächlich ernährt habt?

00:52:31: Richtig.

00:52:32: Was die jetzt geplant haben, Bohnen und alles Mögliche, da gut dann bearbeitet und dann mal eine Konserven und dann hast du dann immer zwischendurch was zu essen gehabt.

00:52:41: Anders ging es nicht.

00:52:42: Der hat so ... Dann bist du einmal, vielleicht im Monat, man hat in der Stadt gekommen zum Einkaufen oder irgendwas.

00:52:48: Hat dir alles selber gemacht!

00:52:50: Also, ihr wart theoretisch türkische Bauern?

00:52:52: Ja,

00:52:52: richtig, richtig.

00:52:54: Und theoretisch eigentlich tatsächlich richtig türkischer

00:52:56: Bauern?!

00:52:56: Ja ja, aber

00:52:58: ist so... Wie ist das für dich, wenn du heute darüber nachdenkst, dass du hier gekommen bist?

00:53:03: Die hat's gefallen.

00:53:04: Du findest gut, dass wir in Deutschland sind und du würdest jetzt nicht unbedingt zurückwollen.

00:53:09: Und du hast ja auch keinen Heimweh gehabt.

00:53:12: Wenn du dir heute drüber nachdenks, dass als Kind oder wenn dein Vater dich nie dazu entschieden hätte hinzukommen wie dein Leben heute wäre, hast du das schon mal drüber Nachgedacht?

00:53:21: Ja, da hab ich mich auch.

00:53:23: Entweder werde ich eine richtige Bauer geworden ... Würde ich sagen, oder ich hätte daraus was gemacht aus meinem Leben natürlich.

00:53:31: Ich bin weiter zur Schule gegangen und hätte mal versucht irgendetwas zu werden

00:53:35: natürlich.".

00:53:36: Resul und seine Geschwister sind nicht alle gleichzeitig Norddeutscher Herkommen.

00:53:40: Seine älteste Schwester war die Erste, die nach Deutschland kamen und bei ihrem Vater zu leben.

00:53:45: Und deine ältestes Schwester ist gar nicht mit nach Deutschland gekommen?

00:53:50: Der war als erster nach Deutschland, bevor wir gekommen sind mit dem anderen Geschwister.

00:53:54: War die Älteste als der erste?

00:53:56: Da war die erste Schwester, die hier vor uns glaube ich eineinhalb Jahre vorher hier war.

00:54:01: Doch so lange schon hast du dann auch ohne Mama hier

00:54:03: im Land?

00:54:03: Ja genau, mit Papa damals zusammengelebt.

00:54:06: Papa arbeitete und die hatte dann ja auch irgendwo gearbeitet oder irgendetwas gemacht.

00:54:10: Die war ja die alte Jahre gehabt natürlich.

00:54:14: Also sie war auf jeden Fall deutlich älter als

00:54:16: du?

00:54:16: Ja, genau.

00:54:17: Hat schon,

00:54:17: konnte schon

00:54:18: dann hier arbeiten.

00:54:19: Result

00:54:19: erzählten wir auch, dass er das erste Mal einen Flughafen gesehen hat.

00:54:23: Nämlich dann als er und seine Familie nach Deutschland gezogen sind.

00:54:27: Das war das erste Mal, dass du einen Flughafen besucht hast als du auch hier geflogen

00:54:31: bist?

00:54:32: Ja, erst mal als Kind ... Wir haben da nur was wieder im Dorf gesehen, wo die Flugzeuge vorbeigeflogen sind und dann haben wir gesagt, da kommt der Papa!

00:54:41: Dann haben wir uns immer gestritten mit deinem Papacomber.

00:54:45: Und jedes Flugzeug habe ich gesagt, Lalle hier, Papa ist bestimmt da drin.

00:54:49: Aber so war das.

00:54:51: Du hast ja nur die Flugzüge gesehen, weil es ging.

00:54:54: Da kommt mein Papa vielleicht.

00:54:55: Manchmal kam er dann ja auch.

00:54:57: Ja,

00:54:57: genau.

00:54:58: Gottet ihr einen Kontakt zueinander pflegen?

00:55:01: Das

00:55:01: war über Telefonen ging das mal.

00:55:03: Zeitlang ... Hat nicht jeder Telefon im Dorf gehabt.

00:55:08: Wenn du in der Stadt warst oder was, hast du versucht vom Postamt anzurufen und so weiter.

00:55:14: Anders ging es nicht, weil der Dorf hat hier noch keine Telefonmasken und so alles.

00:55:19: So was ist Strom!

00:55:21: Oder eine Wasserleitung war für Resul völlig neu.

00:55:24: Auch die Ankunft in Deutschland war für resul sehr überwältigend.

00:55:28: Wir hatten ja auch früher keine Strom, bis wir als Kinder waren.

00:55:33: Bis wir nach Deutschland kamen, haben wir auch keine Stromverbindung gehabt.

00:55:36: Also wir haben nur mit Petroleum und so was...

00:55:39: Das heißt, das war auch das erste Mal, dass du miterlebst, dass man ein Schalter umzuschaut?

00:55:42: Ja genau.

00:55:43: Wenn du gehen kannst und es durch einen Knopf geht, dann liest er an.

00:55:47: Das hättest du lange gesuchen können in der Türkei.

00:55:50: Das war bestimmt sehr überfordern vielleicht auch?

00:55:54: Ja klar!

00:55:55: Ich hatte gemerkt, wo ich da gesagt habe, die erste mal im Flugzeug.

00:55:58: Du warst nur auf dem Plumpsklo hergesagt.

00:56:02: Und dann auf einmal steigst du den Blutflugzeug rein und wusstet nicht, dass sich da draufsetzt

00:56:06: Und dann seid ihr auch direkt zu eurer Wohnung gefahren?

00:56:09: Also der Vater hat sich wahrscheinlich hier kümmert.

00:56:11: Ja, natürlich!

00:56:12: Da kommst du in eine Wohnung rein und guckst erst mal rechts und links.

00:56:15: Das sind die Häuser zusammen überall.

00:56:18: Die ganze Straße, da wunderst sie dich erstmal.

00:56:20: Bei uns im Dorf wohnt einer.

00:56:22: dann sagen wir mach hundert Meter weg, der andere wohnt fünftig Meter weg.

00:56:26: Und früher hast du die Nachbarn wenn du gefragt hast kannst du rumbekommen, hast du den laut geschrien natürlich.

00:56:32: Das war ja auch ein Erlebnis wo du dann in die Stadt rein... Straße reinkommt und dann guckst du rechts und links als Kind natürlich, ein bisschen neugierig.

00:56:42: Klar!

00:56:43: Das hat man vorher nie gesehen und dann sieht man das zum ersten Mal, als ihr in eure Wohnen reingekommen seid?

00:56:48: Ja.

00:56:49: Das sah wahrscheinlich auch ganz anders aus als

00:56:51: bei

00:56:51: euch zu Hause in der Türkei.

00:56:53: Natürlich, ja.

00:56:54: In der Türken war es so oder wie soll ich sagen... Hast du zweieinhalb Zimmer gehabt vielleicht?

00:56:58: Eine war Wohnzimmer, dann ... Hast ja nichts mehr gehabt und du hast halt für fünf, sechs Personen gehabt.

00:57:03: Dann hast du abends der Bett da fertig gemacht.

00:57:06: Morgens wieder alles weggeräumt.

00:57:09: dann hast du dann Frühstück gemacht oder Essenabendessen Mittagessen.

00:57:12: hast du da gegessen?

00:57:13: Habt ihr wahrscheinlich alle irgendwie zusammen in einem Raum geschlafen?

00:57:15: Ja natürlich!

00:57:17: Aber auch hier in Deutschland wo wir kamen hat er ein paar Worte zu zweiter Zimmer.

00:57:21: einer war Elternzimmer und der Wohnzimmer gehörte die uns Kinder natürlich.

00:57:25: Er war auch nie anders.

00:57:29: Alle erwachsen Boden und weggeheiratet haben.

00:57:33: Es gab nicht viel, es gibt ein Zimmer?

00:57:34: Nein, das war ja so.

00:57:36: Da kam noch Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer.

00:57:39: Und mehr gab's da nicht.

00:57:40: Dann hast du dann mit vier, fünf Personen wie auch wieder in der Türkei.

00:57:44: Aber bist du moderner natürlich!

00:57:46: Hast Du die Möglichkeit gesucht, dann hast du da zwei mal eingeschickt und drei Mal am Tage pennt oder zwei auf dem Couch und die anderen drei am Boden.

00:57:54: Gab es auch warmes Wasser aus der Leitung?

00:57:57: Das gab's ja dann wahrscheinlich hier Türkei nicht.

00:57:59: Nein, nein, Türkeis gab's ... Musste Wasser holen aus dem Brunnen!

00:58:04: Da musst du die auch noch schleppen.

00:58:06: Dann gab's eigentlich mal fließendes Wasser

00:58:08: da.

00:58:08: Nee, nee, das gab's auch nicht.

00:58:10: Also da war ein Brunn, da bist du hingelaufen und dann hast du dann erstmal aus dem brunnen raus umgefüllt weiter wieder rein bis zu den Vorlassungen und da ist dein Leben nach Hause getragen.

00:58:22: Kannst du mich daran erinnern, als du das erste Mal den Wasserhahn aufgemacht hast?

00:58:25: Natürlich.

00:58:26: Ich hab ihn aufgedreht, weil ich guckte und da kommt und läuft und hört gar nicht auf!

00:58:30: Muss ich dann noch auffüllen?

00:58:32: oder was habe ich gesagt?

00:58:33: aber ne der lieb und lieblie fährt nicht auf war ja ungewohnt.

00:58:37: man musste auch da reinkommen.

00:58:39: wie geht das jetzt aus?

00:58:40: wie geht es wieder an?

00:58:41: muss sich die Tür auflassen?

00:58:42: muss ich zumachen bei uns im Dorf brauchste die Türen gar nichts zu machen?

00:58:49: einer geglaubt kam immer rein Aber hier musst du die Tür abschließen.

00:58:54: Abends, die Tür abzuschließen ist für uns in Deutschland völlig normal.

00:58:58: Für Resul war das aber eine ganz neue Erfahrung.

00:59:01: In der Türkei ist jeder willkommen den ganzen Tag über.

00:59:04: Manchmal wird nur abends die Tür abgeschlossen.

00:59:07: Angst vor einem Überfall so was kannte Resul?

00:59:09: eigentlich gar nicht.

00:59:11: Ja, aber dann haste noch die Verwandtschaft heruntergehoben gehabt Onkels Tanten und also Möldige heruntergekommen waren

00:59:18: In der Türkei?

00:59:20: Ja,

00:59:21: in den Dorf.

00:59:21: Da kanntest du alle!

00:59:22: Ja ja, da kannten sie alle untereinander...

00:59:26: So fremde Menschen sind jetzt nicht unbedingt gekommen.

00:59:28: Selten natürlich ne.

00:59:30: Also mal selten die Türen, also abends schon natürlich.

00:59:34: Aber tagsüber hast du auf dem Tor gehabt.

00:59:38: Man hatte auch keine Sorgen vielleicht, dass man ja irgendwie ausgeraubt wird oder so?

00:59:41: Nein war auch nicht so.

00:59:42: das war ja, die kannten sich ja alle unteneinander.

00:59:45: Ja, es gab vielleicht auch nicht so viel zu holen dann.

00:59:47: Was soll denn da mitnehmen?

00:59:48: Nein, wir haben

00:59:49: ja nix mehr zu sagen.

00:59:50: Aber was sollen die da holen?

00:59:51: Essen klauen, das Brot klauen okay und Klausel im Brot!

00:59:55: Also dein Papa hat dir dann gesagt... Wir ziehen jetzt alle um nach Deutschland und wir leben jetzt alle auch da.

01:00:00: also du hast sich gefreut hast du gesagt aber hast du auch Angst gehabt oder Bedenken?

01:00:05: Natürlich natürlich.

01:00:07: als Kind denkt man ja auch wo gehen wir jetzt hin wie lange Uns kam der Erfolg, ob wir irgendwo hinfahren und wieder zurückkommen.

01:00:17: Aber das Gefühl kam für uns, weil wir neugierig waren als Kind, wusstest du nicht auf was du dich eingelassen hast?

01:00:24: Wir fliegen zu Papa und dann mussten wir uns fertig machen.

01:00:29: Dann ab bis zum Bus und weiter bis nach Istanbul in den Flugzeug rein.

01:00:34: Erst mal dahin steigen, dann aus dem Fenster gucken.

01:00:36: Und wie hoch der ist ... Als Kind alles Neugierige erleben musste, das war schon aber hart.

01:00:44: Also die hat auch keine so richtig darauf vorbereitet und gesagt, wir leben jetzt für immer in Deutschland!

01:00:48: Die haben gesagt pack deine Sachen...

01:00:50: Wir als kind haben dann gesagt okay, wir gehen jetzt Papa besuchen und wir kommen irgendwann mal wieder.

01:00:56: Jetzt sind das schon über fünftig Jahre her.

01:00:59: Freude war ja da.

01:01:00: Aber sie haben gesagt wir gehen im Papa, wir ziehen zu Papa oder wir kommen zu Papa und wussten noch nicht wie lange wir hier bleiben.

01:01:09: Anstoß in Deutschland zu finden.

01:01:11: Für ihn war es ein großes Ziel, sich hier in Deutschland in der Gesellschaft zu integrieren.

01:01:16: Ich habe mich ja versucht an Anfang an zu integrierend hergesagt, also anpassen...

01:01:21: Das hat auch gut funktioniert?

01:01:22: Nein natürlich!

01:01:22: Natürlich ich hatte jetzt keine Probleme damit.

01:01:25: Also ich hab meinen Job gehabt.

01:01:28: Ich hab meine Familie gehabt.

01:01:30: Mein Essen habe ich selbst verdient mit meiner Arbeit.

01:01:35: Da bin ich auch stolz drauf weil ich mit meinem eigenen Geld essen kann.

01:01:39: Dann rutscht mir das in den Rachen besser runter, als wenn ich dann irgendwo klauen oder irgendwas anderes machen muss damit dass bei mir das Essen schmeckt.

01:01:47: Das schmeckt doch kein Essen!

01:01:49: Was ist mit deinen eigenen Händen?

01:01:50: Nein natürlich auf Körperkraft und was du da geleistet hast und wenn du Ende des Monats halt Geld gekriegt hast war es sehr happy.

01:01:58: Ich habe auch keine gute Zeiten gehabt, aber auch schlechte Zeiten gehabt.

01:02:02: Ich stehe dazu, ich werde das überstehen und übersteh'n.

01:02:06: Immer die Hoffnung nicht aufgegeben immer weiter, immer weiter.

01:02:09: Wo es auch Tage gab wo ich arbeite da die waren kein Euro in der Tasche hatte dann hab ich ja auch schon gehabt.

01:02:17: Aber ich bin nicht irgendwo hingegangen hat wie gesagt kannst du mir mal hundert oder zweihundert oder fünfhunderte ausleihen?

01:02:23: Weil ich weiß da muss ich ja wieder zurück geben kann ich das schaffe ich das.

01:02:27: wenn ich das schaffen mache ich das seit zweiundfünfzig Jahren.

01:02:31: also Schulden habe ich nur, denn lieben Gott.

01:02:35: Und niemand anderem bin ich nix

01:02:37: schuldig.".

01:02:38: Resul war es von Anfang an sehr wichtig sein eigenes Geld zu verdienen.

01:02:42: Er wollte niemandem etwas schuldigs sein.

01:02:45: Sein eigenes Leben aufzubauen war für Resul ein ganz besonderes Ziel was er niemals aus den Augen verloren hat.

01:02:52: Ja also für dich war's auch nie irgendwie eine Option zu sagen Ich geh nicht mehr arbeiten und... Nein!

01:02:57: Nein!

01:02:57: Niemals!

01:02:59: Wenn ich nicht arbeiten Müsste, so wie die anderen.

01:03:02: Ich weiß nicht, wo der Arbeitstand ist?

01:03:04: Ich weiß, wo er ist!

01:03:06: Aber ich weiß nicht was ich machen sollte wenn ich arbeitslos werden sollte und ich hab meine Arbeit vor der Nase.

01:03:13: Wenn du vor der nase die Tür selber zu machst Ja wer soll dir dann die andere Tür aufmachen macht ihr doch keiner.

01:03:21: Also der hat es nie gedacht ich möchte jetzt nicht mehr arbeiten.

01:03:24: ich gehe jetzt vom Amt und sage

01:03:26: ich möchte Bürgergeld.

01:03:27: Nein genau so das.

01:03:29: deswegen habe ich ja gesagt Wenn ich mein eigenes Geld verdiene und das ausgehebe oder irgendwo feiern gehe mit meinem Geld, dann schmeckt mir das Feier.

01:03:38: Und wenn ich es vom Hand kriege... ...und dann jeden Mal gucken kann, dass ich über die Runden komme... ...dann irgendwann mal denke, was soll das?

01:03:47: Du willst sowas Besseres haben!

01:03:49: Du willst so etwas dir leisten können!

01:03:51: Ich kenne viele Leute, die am Abend leben.

01:03:54: Dass alle Tücken.

01:03:55: Sozialschmarotzer sind, dieses Vorurteil besteht immer noch sehr hartnäckig.

01:04:00: Hier wollte ich erfahren, was Resoluten zu diesem Vorurteil sagt.

01:04:03: Es gibt ja dieses hartnäckige Vorurteil, dass Türken ja sozialschmarotzer sind?

01:04:08: Auch wenn du dein eigenes Geld verdienst und für den Staat noch Steuern bezahlst, dann bist du immer noch der schlechteste Türke!

01:04:17: Das ist ein Ruf in Deutschland, das ist egal, was die Türken hier machen...

01:04:21: Es ist ja auch irgendwie leider immer noch so, dass den Türken nachgesagt wird vor allem den Türkeln.

01:04:26: ihr lebt nur auf staatlicher Kosten

01:04:29: oder auf

01:04:29: Kosten der Bürger.

01:04:31: Aber dann bist du jetzt das Beispiel, dass es eben nicht so ist?

01:04:34: Du bist ja das Beispiel, das zeigt ... Ich sage mal waschechter Türke, der als Kind hingekommen ist schon mit Sipsen angefangen hat zu arbeiten und bis kurz vor Rente durchgehend gearbeitet hat und nie die ... Das Bedürfnis hatte auch staatliche Taschen zu liegen, wie man das gut Deutsch sagt.

01:04:54: Das zeigt den ganz vielen ... dass es eher eben nicht so ist, dass die Türken hinkommen sind um zu chillen.

01:05:01: Ja ja, zu chillend oder schmarotzern auch in Deutschland.

01:05:04: Das ist ja eben nicht das so.

01:05:05: Ich meine, dein Vater ist hier auch nicht hinkommt, um ein entspanntes Leben zu führen?

01:05:10: Der ist ja hingekommen zur Arbeit.

01:05:11: Genau, der hat auch gesagt, er ist hier hingekomme, um zu arbeiten damit er sich für uns mal einen besseren Zukunft machen kann.

01:05:19: und dann hat er uns hier hinkomen und aufgezogen Dann nach Türkei und dann bin ich hier geblieben.

01:05:28: Meine Geschützter waren feierer, sie sind alle

01:05:29: hiergeblieben.".

01:05:31: Was hat dein Vater

01:05:32: als Gastar mit?

01:05:33: Der hat

01:05:34: auch bei Mannesmann

01:05:36: gearbeitet.

01:05:36: Dreck

01:05:37: von Tag

01:05:37: eins an aus.

01:05:38: Ja ja genau!

01:05:39: Viele Gastarbeiter die nach Deutschland kamen wurden in Sammelunterkünfte untergebracht.

01:05:44: Resul hat diese Sammelnunterküfte auch mit eigenen Augen gesehen, als er noch ein Kind war.

01:05:49: Und hier erzählt er uns davon wie es da wirklich aussah Denn auch sein Vater musste viele Jahre in einer dieser Unterkünfte leben.

01:05:58: Also in so Sammelunterkünften für Gastarbeiter?

01:06:12: Ja, genau.

01:06:19: Genauso wie wir als Kind hier oben gekommen sind, sind wir dann auch da hingegangen, die Kollegen zu besuchen.

01:06:27: Ihr hättet eine Wohnung dadurch, dass dein Vater ja seine Familie nachgeholt hat?

01:06:31: Ja richtig!

01:06:31: Habt ihr eine Wohnung gestellt bekommen?

01:06:33: Die habt man natürlich selber abbezahlen.

01:06:34: Na klar, klar.

01:06:36: Und dann hast du gesehen, wo deine Vater auch gelebt hat jetzt aus.

01:06:40: Richtig,

01:06:41: richtig.

01:06:43: Wie sahen die aus und waren sie so eingerichtet?

01:06:45: In einem Zimmer ... Vier Doppelbänden, dann haben die da gelebt.

01:06:50: Hat keiner ihr eigenes Zimmer gehabt?

01:06:52: Da waren drei Leute drin und vier Leute drin.

01:06:55: Das hab ich als Kind hier live gesehen.

01:06:57: Wenn man

01:06:58: jahrelang auch teilweise so leben muss mit vier Leuten oder drei anderen Leuten

01:07:02: ... Also wo die sagen, die Schmarotzer, die vorher arbeiten gekommen sind, da sind keine dabei.

01:07:11: Die sind hier hingekommen um zu arbeiten, die haben auch gearbeitet Die haben sich das fallen lassen, dass die mit vier von den Leuten in einem Zimmer schlafen.

01:07:20: Viele Gastarbeiter hatten das Gefühl nicht willkommen in Deutschland zu sein.

01:07:23: Sie wurden lediglich als Arbeitskräfte gesehen.

01:07:26: Auch Resuls Papa hatte damit zu kämpfen.

01:07:29: Die haben ja dann gearbeitet und dann haben wir die Wochenende gehabt.

01:07:32: Dann saßen sie da mit dem Freund zusammen.

01:07:36: Mehr war er nicht!

01:07:37: Weil viele Türken durften damals mal gegen eine Kneipe rein.

01:07:40: War das tatsächlich verboten?

01:07:42: Nein, die haben nicht viele Türken dann in den Kneipen gelassen.

01:07:45: Mein Vater, weil sie immer schick angezogen hat, fein war und Leute kannte.

01:07:51: Und der ist dann immer vorausgegangen.

01:07:54: Und nach und nach kamen die anderen hinterher.

01:07:58: Am Anfang war das so.

01:08:00: Der Vater hatte schon das Gefühl auch aus von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, von der deutschen Gesellschaft?

01:08:05: Ja genau!

01:08:06: Die waren also viele... Also mein Vater und viele Bekannte von denen.

01:08:10: Waren am Anfang ausgeschlossen, die haben nur gearbeitet.

01:08:14: Wenn sie Samstag nicht gearbeitet haben, dann waren die Sonntag untereinander natürlich.

01:08:17: Die haben sich auch nicht integrieren können in der Zeit, weil die Möglichkeit gab es ja damals nicht.

01:08:22: und wo wir als Kinder hierhin gekommen sind, gab's da die Möglichkeit zu integriern in eine Schule?

01:08:28: Als Kind lernt man das ja.

01:08:31: Wenn man nach einer Schule geht, muss man ja den Deutsch können.

01:08:34: Meinst du wollen das ja auch nicht aber meint ihr Wollen das auch?

01:08:39: Es gab ja tatsächlich keine Angebote.

01:08:40: Nein, nein, damals gab es ja nichts.

01:08:43: Damals waren die ... Wenn sie fünf Tage Arbeit haben, sechs Tage, dann war der Sonntag, da waren die unter sich in den Bracken, wo sie gelebt haben oder haben seinen Verwandten irgendwo, wo die anders waren und besuchten.

01:08:54: mehr, war er nicht.

01:08:55: Die hatten diese Kontaktmöglichkeiten.

01:08:57: damals glaube ich nicht.

01:08:58: Das ist einfach mal so, wenn ihr jetzt in Deutschland gearbeitet seid und lernst mal deinen Arbeitskollegen, mit dem Sie was tritt Das war nur Arbeit, arbeiten, arbeiten.

01:09:08: Nix anderes.

01:09:09: Und das ist das ja, warum die nicht Deutsch gelernt haben?

01:09:11: Weil sie damals nicht in Deutschland integrieren wollten.

01:09:15: Die haben ja gesagt, die brauchen wir jetzt für zwei-drei Jahre und danach hauen die sowieso ab, weißt du?

01:09:21: Das war die Rehensaat was die Regierung damals wollte.

01:09:24: Auch viele wollten, dass auch zwei Jahre mal drei Jahre arbeiten.

01:09:28: Danach wollten die sowohl zurückfahren ein bisschen Geld sparen oder sammeln da weitern sein Zukunft aufbauen kann.

01:09:36: Aber hier haben die damals ... Die wir gehabt haben, haben sie damals ja nicht gehabt.

01:09:41: Die wurden ja damals nicht integriert.

01:09:43: Da hast du ja nicht mehr gesehen.

01:09:45: Wir laden jetzt mal den Amet Mehmet ein.

01:09:47: Ganz gar keinen Austausch mit den Deutschen?

01:09:49: Nein,

01:09:50: nein!

01:09:50: Deswegen sag ich auch deswegen wundert sich hier damals, als es sechs Jahre war das nicht so.

01:09:55: Gab's die Möglichkeit nicht.

01:09:57: und jetzt nach unserer Zeit dann Klar, Kinder in der Schule lernen sie auch kennen.

01:10:01: Dann lernt ihr die Eltern kennen.

01:10:04: Da ist er dir ganz anders abgelaufen.

01:10:06: Vorher war er ja ganz alleine.

01:10:07: Er war nur in seinem Zimmer und seinen Arbeit und nichts mehr, nix weniger.

01:10:13: Hast du gar keine Kontakt gehabt?

01:10:15: Wir erfahren auch wie Resul seine Kindheit in der Schule erlebt hat.

01:10:19: Wie erzählt er uns, wie er Deutsch gelernt hat... ...und wir von den Deutschen aufgenommen worden sind?

01:10:25: Resul hat hier schon vorweg gesagt wirklich gute Erfahrungen gemacht!

01:10:29: Also die Schulzeit hast du ja als gut empfunden.

01:10:31: Es

01:10:32: war eine schöne Zeit, viele Freunde habe ich nach der Schule gehabt.

01:10:39: Bis abends habe ich immer Action gehabt, wenn wir Fußball gespielt haben oder irgendetwas anderes gemacht.

01:10:44: Nach der Schule und in der Schule, weil wir mal Pause hatten, haben auch vieles zusammengemacht.

01:10:50: deutschen Gruppe quasi mit da drin.

01:10:52: Und gab es dann am Anfang auch Probleme wegen der Sprachbarriere, weil du konntest ja nicht von Tag eins an Deutsch?

01:10:58: Nein, natürlich!

01:10:59: Am Anfang ... Ja, ja!

01:11:01: Dann hab ich mir hier einen Fußball mit dem Jungsfußball gespielt und haben die mich mitgenommen.

01:11:05: Dann habe ich angefangen, mit dem zu trainieren und so ein Fußball zu spielen.

01:11:09: Und nach und nach kam das dann.

01:11:11: Also das ging bei mir so mal innerhalb von einem Jahr.

01:11:14: Innerhalb von einem Jahre konnte ich als Übersetzer machen.

01:11:17: Kinder lernen ja sowieso glaube ich ein bisschen schneller

01:11:19: Deutsch?

01:11:19: Natürlich und das war auch so, warum unsere Eltern und ältersten Leuten nicht Deutsch konnten immer noch nicht können.

01:11:26: Sie kennen auch genug die also die lange genug hier leben und dann nicht durchkönnen hat.

01:11:31: Das ist auch diese Anfassung weil sie diese Miteinander nicht haben.

01:11:36: Die haben dann türkische Leute zusammen, dann reden die natürlich nur auf der Arbeit Musst du paar Wörter durchkönnen, aber viele gibt's viele die können das nicht.

01:11:46: Wenn du jetzt noch mal dreißigvierzig Jahre bist und du kommst hierhin ja dann hast du den Kontakt nicht.

01:11:52: da kannst du nur sagen morgen Tag mehr nicht weil du dann mit dem keine Kontakt hast dass du mal ein paar Würter mehr springen kannst um das zu lernen.

01:12:01: ich hatte früher weniger Freunde gehabt türkische Freunde.

01:12:06: Ich hatte mehr deutsche Freunde gehabt.

01:12:07: Mehr deutsche Freunde?

01:12:08: Mehr deutsche Freunde, weil ich hatte damals ja auch nicht viel Kontakt mit den Deutschen zusammen.

01:12:13: Weil ich dann bei unserer Straße nur mit dem Deutschen zusammen war... ...ich hatte mehr Deutsche Freunde als türkische.

01:12:18: Nach und nach kam das Lärm noch mehr rüber.

01:12:22: Auch durch den Fußball natürlich!

01:12:23: Durch die Schule auch.

01:12:24: Aber ich hatte... ...mehr deutsche Freunde als Türkische Freunde haben alle zu mir gesagt.

01:12:29: Also bin ich ja nur mit den deutschen zusammen.

01:12:31: Deswegen bin ich jetzt sondern damit erlerne.

01:12:34: Resul hat schon ganz früh angefangen zu arbeiten, nämlich schon mit siebzen.

01:12:38: Und jetzt erzählt er uns auch wie er sein Arbeitsleben empfunden hat.

01:12:41: Wie er von den deutschen Kollegen aufgenommen worden ist und er erzählt uns auch ein bisschen von seiner Arbeit.

01:12:47: Nach der Schule hast du direkt angefangen zur Arbeiten.

01:12:49: Da habe ich angefangen mit die siebzehn halb, ja dann kommst du da in den Halle rein.

01:12:54: Hast ja früher einen jahren Förderling, hast ja auch die Pfeile in der Hand gehabt, hast gefällt, hast Maße genommen und alles ermöglichen.

01:13:02: Das brauchste ja auch!

01:13:04: Dann hast du dann in eine Rohre gekommen, dann hast du eingerichtet alles möglich.

01:13:08: Das wird dir unter Pulver geschweißt.

01:13:10: Da musst du von der Innenmaschine, da musst du schleifen lernen.

01:13:15: Also Drecksarbeiten eher gesagt zu machen am Anfang.

01:13:18: Da warst du nur an Schleifer und Rohren.

01:13:21: Von Anfang an habe ich angefangen alles zu lernen nach und nach.

01:13:25: Alles gelernt?

01:13:26: Ich hab auch nach und Nach die Leute, die kamen.

01:13:29: Die habe ich ja auch angelernt.

01:13:31: was ich gemacht habe habe ich viele Leute auch angelernen, alles Mögliche.

01:13:36: Ich habe gesagt, so viel Leute hab' ich Krampfern beigebracht und Maschinenwaren beigebracht.

01:13:41: Was ich konnte, was ich gelernt habe, um denen einfach

01:13:44: weiterzugeben.".

01:13:46: Wie lange arbeitest du da jetzt genau?

01:13:47: Also nächstes Jahr habe ich Jubiläum, forty-fünf Jahre, also vier in forty Jahren bin ich schon da.

01:13:52: Vierinvierzig Jahre ist es schon da!

01:13:54: Und dann hast Du von Anfang an alles mitgenommen.

01:13:56: Du kannst andere Leute ja auch anlernen... Ja, ja.

01:13:59: Für mannes Mann ist das ja eine enormer Gewinn, dass du da

01:14:02: arbeitest?

01:14:02: Natürlich.

01:14:03: Weil alle damals ... Ich war ja so, wenn ich irgendwas mache und ich bin immer dabei geblieben.

01:14:10: Ich habe mir das angeguckt.

01:14:11: Ich hab gesagt, nächstes Mal, wenn es gleiche Probleme gibt, weiß ich genau was ich zu machen habe.

01:14:16: So wie ich das gelernt habe... habe ich das auch weitergegeben.

01:14:20: Wurde deine Arbeit bei Mandesmann auch gebürtig geährt?

01:14:23: Oder hast du dafür auch mal die Anerkennung bekommen, die dir auch dann zusteht?

01:14:27: nach vierzehntzig Jahren?

01:14:28: Natürlich natürlich!

01:14:29: Zweiundzwanzig Jahre ist der Jubiläumtsjahr.

01:14:31: Hättest du gedacht, dass du auch so lange beim Mandesman bist?

01:14:34: Nein,

01:14:35: nein hätte ich nie gesagt.

01:14:36: aber ich hab mir immer ein Ziel gesetzt gehabt wenn ich zur Arbeit gehe, gehe ich arbeiten.

01:14:41: Ist egal wenn ich jetzt dahin gehe heißt nicht, dass ich mir den Lenz machen kann.

01:14:45: Also, du hast dich ja immer auch wohlgefühlt bei Mannismann.

01:14:49: Das war vielleicht nicht dein Traumjob?

01:14:50: Du wirst ja nicht so lange da gewesen.

01:14:52: Vizier ist eine lange Zeit.

01:14:54: Bevor du bei Mannisman angefangen hast zu arbeiten, hattest du Angst, dass deine Zukunft in Deutschland nicht sicher ist.

01:15:00: oder war das für dich keine Angst, die da bestand?

01:15:03: Nein, damals, als ich bei mannisman angefangen habe, hab ich auch gesagt jetzt kann ich mir meine Zukunft denken Und da hab ich mir auch fest vorgenommen gehabt, meine Arbeit zu machen.

01:15:16: Auch danach irgendwann mal zu heiraten und hinterzukriegen.

01:15:19: Als du bei Mannesmann angefangen hast zur Arbeiten, hattest du das Gefühl, dass du gut aufgenommen worden bist von den deutschen Kolleginnen?

01:15:27: Ich hatte damit keine Probleme gehabt.

01:15:30: Also bin gut aufgenommen worden.

01:15:32: Mir wurde auch vieles beigebracht.

01:15:34: Am Anfang habe ich versucht immer zu sagen was die mir zeigen, was ich zu machen habe.

01:15:38: Damit die sagen können der kann was!

01:15:41: Also du wolltest dir auch Mühe geben?

01:15:43: Natürlich.

01:15:43: Und hast du da schon mal bei Mannesmann oder auf der Arbeit generell, hast du das schon mal Assismus oder Diskriminierung erfahren?

01:15:50: Nein, das habe ich gehabt.

01:15:53: aber weil ich so eine große Klappe habe und ich lasse mir nichts gefallen wenn einer mir gesagt hat dann habe ich den natürlich versuchst zu argumentieren also gegen Argumente hinzusetzen dass ich mir das nicht gefallen lassen und man haben sie damit ja aufgehört.

01:16:08: Da gibt es immer noch und da gab's damals auch.

01:16:12: Ja ja, da gab es immer noch.

01:16:13: Also... Da gab's das auch.

01:16:15: Was konntest du dir so anhören?

01:16:20: Scheiß Türke!

01:16:21: Keine Ahnung was willst du hier.

01:16:23: Aber die haben da so getan ob die das auch Spaß machen weißte aber das geht schon in eine innere Reihen.

01:16:31: Das tut weh.

01:16:33: Ich hatte freie Schnauze ich kann mir nichts gefallen lassen.

01:16:36: Immer noch nicht.

01:16:37: Und dann habe ich das immer gegen gekonntet.

01:16:39: Wie haben dich deine Arbeitskollegen wahrgenommen, als du bei Mannismann angefangen hast zu arbeiten?

01:16:43: Waren die erfreut darüber, dass du dort gearbeitet hast?

01:16:47: oder vielleicht auch noch andere türkischen Kolleginnen?

01:16:50: Ja ja also mit den anderen türkischem Kollegen, wo ich da angefangen habe am Anfang hatte erst mal überall Schwierigkeiten Und du kommst da rein und dann hast du da ein paar Kollegen, türkische Kollegen die können keinen durch.

01:17:03: Dann hilfst du denen mal um zu übersetzen was der meint warum das so ist und warum es so ist.

01:17:09: Da habe ich auch angefangen damit auf viele Leute da direkt zu helfen.

01:17:13: oder wenn er mit einem Meister reden wollte dass er dann nicht mit klar kam.

01:17:16: Aber wie gesagt ich gehe mit.

01:17:18: Danach hab' ich mich ja bei der EGMetal als Vertrauensleute angemeldet wurde auch gewählt Und dann habe ich zwischendurch gewonnen, wenn die türkischen Kollegen Probleme hatten.

01:17:28: Dann haben wir gesagt okay, du sagst mir das.

01:17:30: Ich gehe erst mal mit dem Meister klären.

01:17:32: und dass diese Rassismus-Sache nicht immer gefallen zu lassen, dass da nicht so weiter geht.

01:17:39: Also du hast ja auch daran mitgearbeitet?

01:17:41: Ja klar!

01:17:43: Wenn einer ein Problem hatte der konnte sie nicht attikulieren.

01:17:46: Dann habe ich den geholfen natürlich.

01:17:48: Also du trägst ja doch was dazu bei, dass eben die ausländischen Kolleginnen nicht so diskriminiert

01:17:55: werden.

01:17:56: Wenn ich dabei stehe und der sagt war dann sag ich mal das gehört nicht hierhin.

01:18:02: Hättest du dir eine Unterstützung von Deutschland oder von den Deutschen gewünscht als du als Kind hingekommen bist?

01:18:09: Gab es etwas wo du gesagt oder wo du sagen würdest das hätt ich gerne gehabt damit dich mich besser aufgenommen fühle oder besser integrieren kann?

01:18:16: Also ich habe das Gefühl, hab' ich nicht gehabt so in der Art.

01:18:21: Aber das Gefühl war bei mir... So wie ich rüberkam zu den Leuten.

01:18:25: Das Gefühl war auch da.

01:18:27: die waren für mich da Die haben mir das auch versucht zu erklären Auch wenn ich zur deutsche Familie gegangen bin.

01:18:34: Die haben noch versucht mit Deutschland und Hand- und Fußzeichen.

01:18:37: Dann hab', ich da verstanden.

01:18:39: Ich glaube die Frage, die wir uns alle stellen ist Welches Land ist jetzt Resuls Heimat?

01:18:45: Und möchte Resul vielleicht doch irgendwann zurück in die Türkei, ist Deutschland deine Heimat oder ist die Tür kei für dich deiner Heimat.

01:18:52: Also für mich ist der Heimat ja eher Deutschland weil ich hier aufgewachsen bin von Kindheit an.

01:18:58: Weil ich da Erinnerungen in der Türkeihabe ist es so das ist die kleine Version von Kindheitserhunden.

01:19:05: Da war ich ja noch nix, da kannte ich hier nichts anderes.

01:19:07: Aber ich bin jetzt so lange hier und dann ... Also ich sag mir, ich bin so integriert, also ich könnte mir das nicht vorstellen dafür immer zu

01:19:16: leben.".

01:19:17: Resuls Heimat ist für ihn Deutschland aber er erzählt uns auch davon wie er es empfindet wenn er in der Türkei isst und wie er als Türkein Deutschland gesehen wird.

01:19:27: Und hier sind wir scheiß Türken und da sind wir die Deutschland.

01:19:32: Wir haben kein Heimat Da werden wir nicht gemocht, und hier werden wir sowieso nicht gemaucht.

01:19:37: Wenn man da hingehen, sind wir die Deutschlander.

01:19:39: Und wenn wir hier hinkommen, sind Wir Ausländer oder Kanaken, will ich das immer noch manchmal so formulieren.

01:19:46: Weißt du gar nicht mehr wo du hinpassen sollst?

01:19:49: Ich bin hier mehr integriert.

01:19:51: Ich komme auch mit dem Leben hier, Lebensstandard viel besser klar als weil ich jetzt in der Türkei machen würde.

01:19:57: Ich muss mich dann, wenn ich in die Türkeik kommen würde, müsste ich mich erstmal da mal wieder reinpassen.

01:20:02: Und da fängt das Problem, wie wir früher die Türken hier hatten, dass gleiche Probleme wieder von vorne an, um da an Anakann zu werden.

01:20:12: und das ist sehr schwer.

01:20:13: Wir haben viele Versuchs damals, wenn meine Eltern abgehauen sind, dazu integrieren.

01:20:18: Was war?

01:20:19: Nach zwei drei Jahren sind die wieder zurückgekommen.

01:20:21: Ich habe schon viele kennengelernt, die auch wieder zurück gekommen sind und deswegen sage ich mir, bin mehr hier integriert als viele andere, aber stolz bin ich im Türkei zu sein.

01:20:35: Also den Stolz kann mir keiner nehmen, ist egal wer kommt.

01:20:38: Man hat ja auch gesagt warum hast du keinen deutschen Paltzer?

01:20:41: Ich wollte den haben und ich habe sie mir damals nicht gegeben weil ich die Militär nicht gemacht hatte bis trotzdem im Ausländer.

01:20:50: Aber wenn er den Deutschen Paltz hat das ist nur ein Papier wie gesagt.

01:20:53: Und deswegen hab' ich das ja auch abgelehnt.

01:20:55: Für die letzten Jahre brauchte ich den deutschen Staat Angehörigkeit gar nicht.

01:20:59: Vermisst du etwas aus der Türkei besonders?

01:21:02: Gibt es etwas, was du in der Türken besonders gerne auch dir noch mal je herwünschen würdest oder was du am meisten vermisst?

01:21:08: Ja das vermissen heißt sozusagen die Kultur.

01:21:12: Die türkische Kultur.

01:21:14: also wenn wir da hingehen weiß ich diese Art und die Kultur weiss ich das.

01:21:19: Also ist diese türkischen Mentalität.

01:21:22: Ich sage mein Kindheit vermisse ich dann weil dann kommt die Ähner um manchmal hoch.

01:21:28: Was wäre ich gewohnt, wenn ich da geblieben wär?

01:21:31: Wenn ich ein Bauer geblieb, dann hätte ich mir aus dem Leben was gemacht.

01:21:35: Und hier hab' ich die Möglichkeit gehabt, mir Zukunft aufzubauen und mein Leben ist dann dazu

01:21:40: bessern.".

01:21:41: Also das genau erfüllt, was dein Vater sich ja eigentlich für euch gewünscht hat?

01:21:45: Genau so, genau so sagen wir uns.

01:21:47: Dann bin ich auch stolz darauf, dass ich so einen Vater hatte der mir die Möglichkeit gegeben hat, aus meinem Leben was zu machen Und ich hoffe, dass sie das so zufrieden gestellt haben.

01:21:59: Dass mein Vater immer noch sagt, das habe ich doch richtig

01:22:01: gemacht.".

01:22:02: Resul hat einen ganz großen Wunsch.

01:22:04: Er möchte nämlich, dass die Vorurteile gegen die Türken endlich abgeschafft werden.

01:22:09: Da sind wir natürlich ganz seiner Meinung.

01:22:11: Alle unter einem Kanze scheren.

01:22:15: Also diese Vorurteilung muss man abschaffen.

01:22:18: Aber nicht alle dann unter einem kanzen Scheren und zu sagen, es sind alle Türken so!

01:22:23: Guck mir an, dann sag ich ... Dann hast du vergerte Türken kennengelernt.

01:22:29: Das tut auch weh!

01:22:30: Diese Vorurteile, die du in Deutschland hast, ist immer direkt alle.

01:22:35: Da macht mich fertig.

01:22:37: Ich hab für so fünfzig Jahre gedacht, das wird sich ändern haben und das ändert sie immer noch nicht.

01:22:41: Du würdest schon sagen, dass die Türken nach wie vor einen schlechten Ruf in Deutschland haben?

01:22:45: Ja, auf jeden Fall.

01:22:47: Ist egal.

01:22:48: Ich weiß, überall gibt's schwarze Schafe.

01:22:52: Nicht nur bei uns.

01:22:53: Der Unterschied, das tut mir weh.

01:22:55: Die anderen machen Scheiße?

01:22:57: Dann sagen die, weil die Schwarze Ahre war in Türke.

01:23:00: Aber wobei fahrt ihr?

01:23:00: keine Türke?

01:23:01: War da vielleicht in Spanien oder Italiener?

01:23:04: Am Ende unseres Gesprächs habe ich Resul noch gefragt ob er eine Nachricht für die Deutschen hat und was er den Türken in Deutschland gerne sagen möchte.

01:23:13: Wenn du abschließend etwas zu den Deutschen sagen können würdest Was wäre deine Message an die deutsche Gesellschaft?

01:23:21: Lass einfach mal diese Vorurteile mal raus.

01:23:23: Behandel die Menschen wie ein Mensch, nicht wo der herkommt.

01:23:27: Diese Vorurteilung müsst ihr immer langsam abschaffen.

01:23:31: Dann wäre ich auch zufrieden damit.

01:23:33: Würde mich auch freuen dass man miteinander spricht und nicht hintereinander redet.

01:23:39: Und das wünsche ich mir sehr lange schon!

01:23:44: Ich hoffe es, dass wir das irgendwann mal hinkriegen.

01:23:46: Gibt's noch etwas was du noch geben?

01:23:48: Türken in Deutschland sagen möchtest?

01:23:51: Ich würde sagen, ihr seid in einem Land.

01:23:55: Das ist nicht euer Kultur.

01:23:58: Versuchen wir mit den euren Kultur und deutschen Kultur etwas zu verbinden, dass wir miteinander klarkommen, nicht gegeneinander.

01:24:08: Wir leben in diesem Land zusammen und lassen daraus mal die Beste machen.

01:24:19: Wie ist das Ende unserer Folge?

01:24:22: Was eine tolle Folge.

01:24:23: Ja, mega interessant und sehr

01:24:28: gut gemacht!

01:24:29: Ja super spannend.

01:24:30: auf jeden Fall so ein tiefen Einblick in das Leben eines anderen Menschen zu bekommen fand ich richtig cool dass wir das gemacht haben.

01:24:38: Hast du einen Medientipp für diese Woche?

01:24:40: Denke mal du bist dran ne?

01:24:42: Ich habe den Dokumentarfilm Songs auf Gastarbeiter, Liebe, D-Mark und Tod von Jam and Kaya.

01:24:51: Rausgesucht als Medientipp?

01:24:52: Kann man sich aktuell auf YouTube anschauen.

01:24:55: Wenn ihr schon da seid, könnt ihr auch fix zu unserem Kanal auf YouTube abonnieren.

01:24:59: Nicht

01:24:59: vergessen!

01:25:01: Hier wird ausführlich die Geschichte aus der Sicht der Einwanderer um die deutsche Nachrichtszeit erzählt.

01:25:06: vor allem aber geht es um die Musikgeschichte also die Entwicklung einer eigenständigen Musikkultur in Deutschland.

01:25:13: Und in der Doku kommen bekannte Menschen wie Metin Türks und Cem Karacca vor, das hätte ich ausgesprochen.

01:25:19: Und die erzählen dort auch ihre eigenen Geschichten.

01:25:21: Die DOKO wurde übrigens auch vielfach ausgezeichnet also die lohnt sich auf jeden Fall zu

01:25:25: gucken.

01:25:26: Es gibt ganz viele Medienmöglichkeiten zu diesem Thema zum Beispiel auch das Buch DELEC.

01:25:30: Hier wird die Geschichte der Familie Yulmas hier als Gastarbeiter nach Deutschland kam

01:25:35: erzählt.

01:25:36: Die Geschichte ist zwar fiktiv aber die Recherchen zu der Zeit in den Siebzigern ist sehr detailliert.

01:25:41: Das sind auf jeden fall meine Medientipps und natürlich unser Podcast abonnieren.

01:25:44: Wir sind natürlich immer gespannt auch auf eure Geschichten und Anregungen.

01:25:48: Deswegen schreibt uns gerne ein

01:25:49: Podcast zum chai.de

01:25:51: oder lässt einfach einen Kommentar da, und natürlich

01:25:55: schreibt

01:25:55: es uns jederzeit!

01:25:57: Ja folgt uns gerne auf Instagram, TikTok und YouTube.

01:26:09: da heißen wir ad pünktlich zum Chai.

01:26:11: Dort könnt ihr uns natürlich wie gesagt jederzeit

01:26:32: anschreiben.